Beruf:
Schauspieler
Geburt:
29. April 1968
in Hamburg, Deutschland
Vater:
- (Kellner)
Mutter:
- (Hausfrau)
Geschwister:
---
Familienstand:
verheiratet
Ehefrau:
Madeleine Sommerfeld
Kinder:
Vier Kinder
Kontakt:
c/o Agentur Players
Sophienstr. 21
10178 Berlin
Deutschland
Jürgen Vogel
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Das Leben ist eine Baustelle
Er ist klein, drahtig und direkt. Die Magie des Schauspielers Jürgen Vogel ist ein Argument gegen Schauspielschulen - einen einzigen Tag verbrachte er 1986 an einer Schauspielschule in München. Dann floh Jürgen Vogel nach Berlin, spielte kleine Rollen und arbeitete in Billigjobs. Vielleicht war es dieser besondere Weg zum Schauspiel, der Jürgen Vogels Spiel so authentisch wirken lässt. Er hat die Gabe, seine Dialogsätze so zu sprechen als fielen sie ihm gerade ein und als wäre die Kamera nur zufällig dabei. Dabei wirkt er nicht wie ein Laie, sondern eher wie jemand, der sich seiner Kunstmittel bewusst ist. Ersten Erfolg hatte Vogel 1988 als arbeitsloser junger Mann der 30iger Jahre in Egon Günthers Spielfilm Rosamunde.


Emil und die Detektive
1991, bei seinem großen Publikumserfolg als Tellerwäscher Ingo wusste er in dem Film Kleine Haie seine sozialen Erfahrungen als Aussteiger gut in die Rolle mit einzubringen. Vier Jahre später, in der dramatischen Romanze Sexy Sadie, war er schon an der Produktion beteiligt. Vogels Erfahrungen in Film und Fernsehen hatten ihm gezeigt, dass ein Produzent den Film als Gesamtwerk beeinflusst. Hier traf Jürgen Vogel den Regisseur Matthias Glasner. Glasner gehört zu jenen Regisseuren, die die Kombination von Vogels körperlicher Zartheit mit einer zuweilen brutalen Direktheit zu einer intensiven Präsenz auszubauen wissen.


Nackt
Jürgen Vogels nächster großer Erfolg war 1996 die Darstellung des Jan Nebel in Das Leben ist eine Baustelle. Hier traf er sich kongenial mit der damaligen Anfängerin Christiane Paul als Vera, die wie er die Frische und Echtheit der Straße mitbrachte. Jan und Vera, mit Preisen ausgezeichnet, wurden zum schönsten Liebespaar des deutschen Films der 90iger Jahre. Auch hier traf Jürgen Vogel einen für ihn wichtigen Regisseur: Wolfgang Becker. Aus solchen besonders fruchtbaren Zusammenarbeiten entstanden für Jürgen Vogel Freundschaften, die ihn später auch noch zu kleinste Rollen in den Filmen von Freunden verpflichten, als er längst einer der größten deutschen Filmstars geworden ist. So spielte er in Wolfgang Beckers Welterfolg Good Bye, Lenin! eine winzige Rolle.


Der Freie Wille
Jahre später, 2004, trifft sich Jürgen Vogel wieder mit Regisseur Matthias Glasner, um mit ihm Der freie Wille zu drehen. In kein anderes Projekt seiner Filmographie hat Jürgen Vogel so viel von sich selbst gegeben. Als Produzent, Buchautor und natürlich Darsteller zeichnete er das schmerzhafte Porträt eines Vergewaltigers, welches wegen seiner Tabulosigkeit kontrovers diskutiert wurde. Hier zeigte sich, an welche Grenzen der Schauspieler Jürgen Vogel zu gehen imstande ist. Von Anfang an war Vogel jemand, der sich auffallend ungezwungen nackt vor der Kamera bewegt. Hier wird es eins seiner wichtigsten Werkzeuge des Spiels: Offen bis zum Unerträglichen zeigt er das Physische von Vergewaltigungen, ohne die rettenden Cuts. Vogels Spiel mag schonungslos sein, aber vor allem schont er nicht sich selbst. Das ist etwas besonders Anziehendes an dem Schauspieler Jürgen Vogel.


Wo ist Fred!?
2005 hatte Jürgen Vogel wieder eine wunderschöne tragische Rolle, als Krebskranker und geliebtes Objekt der Begierde von Emma in Emmas Glück. Hier ist er sehr passiv entgegen seinen anderen Figuren, sehr zart als Kranker, ein schöner geliebter Mann, der sich vor allem hingibt. Im Jahr 2008 schlüpfte er in die Rolle des Lehrers Wenger in der Verfilmung des amerikanischen Originalstoffes Die Welle. Hier treffen wir Jürgen Vogel als selbstbewussten, unkonventionellen Lehrer, der als früherer Hausbesetzer seinen Schülern in einem Experiment die Gefahren des Faschismus zeigen will, das versehentlich tödlich endet. Vogel zeigt die Verwandlung von Selbstgewissheit in Zweifel und Erschütterung. In gewisser Weise wird hier die Geschichte des Jan Nebel aus Das Leben ist eine Baustelle aus den 90iger Jahre weiter erzählt. Wie um das zu unterstützen spielt Christiane Paul hier wieder seine Frau.


Die Welle
Jürgen Vogel hat in sehr vielen Filmen mitgespielt und ist sich dabei für nichts zu schade. Arbeitsbeziehungen, Freundschaften sind ihm wichtig. Die Praxis ist ihm wichtig, die ständige Präsenz. Jedes Jahr einer oder mehrere Filme. Das war seine Schule. Mit seinem eigenen direkten, unverbrauchten Stil ist er ein besonderer deutscher Schauspieler, einer, dessen die tief sitzende Skepsis vor dem Establishment als sozialer Gestus alle seinen Figuren inne wohnt. Auf seinen Status als Star pfeift Jürgen Vogel. Eine Ausnahme.



News zum Star:


12. Oktober 2010 - Michael "Bully" Herbig checkt ins "Hotel Lux" ein
07. Juli 2008 - Gwisdek beteiligt sich an Barts 'Männersache'
19. Februar 2006 - Berlinale 2006: Goldener Bär für "Grbavica"
05. Februar 2003 - Verleihung der Goldenen Kamera


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