| Dt.Start: |
11. November 2004 DVD: 14. April 2005
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Premiere: |
30. Juli 2004 (USA) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Thriller |
| Länge: |
129 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Denzel Washington (Ben Marco), Meryl Streep (Eleanor Shaw), Liev Schreiber (Reymond Shaw), Jon Voight (Senator Thomas Jordan), Kimberly Elise (Rosie), Jeffrey Wright (Al Melvin), Ted Levine (Hauptmann Howard), Bruno Ganz (Delp), Miguel Ferrer (Hauptmann Garret), Dean Stockwell (Mark Whiting), Jude Ciccolella (Davin Donovan), Simon McBurney (Atticus Noyle), Vera Farmiga (Jocelyn Jordan), Obba Babatunde (Senator Wells), Zeljko Ivanek (Vaughn Utly), Paul Lazar (Gillespie), John Bedford Lloyd (Jay "J.B." Johnston), Anthony Mackie (Robert Baker), Tom Stechschulte (Robert Arthur), Be Be Winans (FBI Agent Williams), Robyn Hichcock (Lauren Tokar), Charles Napier (General Sloan), David Keeley (Agent Evan Anderson), Pablo Schreiber (Eddie Ingram) |
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Regie:
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Jonathan Demme |
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Drehbuch:
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Dean Georgaris, Daniel Pyne |
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Das in die Gegenwart verlegte Remake von John Frankenheimers Klassiker aus dem Jahre 1962 bietet für das politisch interessierte Publikum kluge Denkanstöße und Parallelen zur aktuellen US-Politik. Auch wenn der Thriller den Clou recht früh preis gibt und damit etwas an Spannung einbüßt, so bietet er auf Grund der guten Darstellerleistungen sehr solide Unterhaltung.
Selbst wenn der Vergleich zwischen Michael Moores Fahrenheit 9/11 und Jonathan Demmes Der Manchurian Kandidat auf den ersten Blick etwas abwegig erscheint, so haben die beiden Filme doch einiges gemeinsam, da sie sich mit der politischen Situation in den USA auseinandersetzen. Doch wo sich Michael Moore mit seiner Dokumentation auf Fakten stützt und diese publikumswirksam aufbereitet, arbeitet Jonathan Demme mit interessanten Parallelen und einem fiktiven Szenario, das in mancherlei Hinsicht gar nicht so abwegig erscheint.
Die Neuverfilmung von John Frankenheimers Klassiker aus dem Jahre 1962, in dem Frank Sinatra die Hauptrolle bekleidete, wurde von den beiden Drehbuchautoren Daniel Pyne Der Anschlag) und Dean Georgaris (Paycheck - Die Abrechnung) in die Gegenwart verlegt und handelt nun nicht mehr von Kommunisten, die einen hochrangigen Politiker fernsteuern, sondern von einem amerikanischen Unternehmen, das dies versucht. Als Aufhänger der Story dient entsprechend nicht mehr der Koreakrieg, sondern der Golfkrieg. Dort gerät eine US-Einheit bei einer Patrouillenfahrt in einen Hinterhalt und kann nur dank dem heldenhaften Eingreifen von Sergeant Raymond Shaw (Liev Schreiber) gerettet werden. Shaw wird daraufhin mit einer Medal of Honor ausgezeichnet und startet mit Hilfe seiner Mutter, der Senatorin Eleanor Shaw (Meryl Streep), eine politische Karriere.
Sein damaliger Vorgesetzter Captain Ben Marco (Denzel Washington) muss in der Gegenwart sein Golfkriegssyndrom mit Medikamenten behandeln und fristet sein trostloses Dasein mit Vorträgen vor Pfadfindergruppen. Durch ein Zusammentreffen mit Al Melvin (Jeffrey Wright), der ebenfalls auf der schicksalhaften Patrouillenfahrt dabei war, wird er auf seltsame Albträume aufmerksam gemacht, die er und Al teilen. Als Marco auch noch ein implantiertes Metallteil unter seiner Haut entdeckt, wird er stutzig und versucht Kontakt mit Raymond Shaw aufzunehmen. Obwohl dieser gerade im Präsidentschaftswahlkampf steckt und gute Chancen hat, der neue Vize-Präsident der USA zu werden, hört er seinen ehemaligen Vorgesetzten an und wird von ihm auf die mysteriösen Umstände aufmerksam gemacht.
Wogegen die Charaktere im Film bis fast zum Schluss nicht genau wissen, was auf der Patrouillenfahrt wirklich geschah, teilt Regisseur Jonathan Demme dem Publikum relativ schnell mit, dass die Einheit einer Gehirnwäsche unterzogen und mit Implantaten ausgestattet wurde. Die Fäden werden dabei von dem zwielichtigen Unternehmen "Manchurian Global" gezogen, das zusammen mit Senatorin Eleanor Shaw versucht, einen von ihnen kontrollierten Präsidenten zu installieren. Dass Demme so schnell mit der Tür ins Haus fällt, mag Kenner von Frankenheimers Film nicht sonderlich überraschen, ist aber anderseits für den unwissenden Zuschauer etwas schade. Denn somit wird der Clou schon recht früh vorweggenommen und so tut sich der Film im weiteren Verlauf etwas schwer, die Spannung zu halten. Trotzdem kann der Film bis zum Schluss mit kleineren Plottwists aufwarten und überraschen.
Es sind vor allem die Darsteller, die Der Manchurian Kandidat zu einem fesselnden Kinoerlebnis machen. Denzel Washington bringt seinen Charakter in gewohnter Souveränität auf die Leinwand und überzeugt als gebeutelten Militärmann, den es innerlich auffrisst, dass er nicht weiß was mit ihm passiert ist. Auch Liev Schreiber spielt seine Figur mehr als überzeugend und erweckt als innerlich unsicheres aber nach außen hin aalglattes Muttersöhnchen teilweise sogar Mitleid beim Publikum. Meryl Streep gelingt ebenfalls ein gelungenes Portrait einer machtbesessenen und berechnenden Mutter, die ihren Sohn für ihre ehrgeizigen Pläne kaltblütig instrumentalisiert.
Selbst wenn es dem Film gut getan hätte, den Clou etwas länger geheim zu halten, so vermag er doch zu unterhalten und interessante Denkanstöße zu geben. Das liegt zum Einen an den teilweise recht offensichtlichen Parallelen zur aktuellen US-Politik und zum Anderen an den überzeugenden Leistungen der Darsteller. Politisch interessierte Kinogänger werden sich bei dem Thriller deshalb vorzüglich unterhalten fühlen.