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Man merkt bei jeder Szene, wie viel Liebe Regieneuling Zach Braff in seinen Film gesteckt hat. Die unglaublich schöne und zugleich traurige Inszenierung, die einfühlsame Geschichte sowie die beiden Hauptdarsteller, die ihre bis dato besten Leistungen abliefern, machen dieses Drama zu einer kleinen Perle.
Zach Braff dürfte hierzulande wohl nur eingefleischten Scrubs-Fans ein Begriff sein, doch das wird sich nach Garden State sicherlich ändern. Sein eigener Film, bei dem er neben der Hauptrolle noch die Position des Drehbuchautors, sowie die des Regisseurs einnahm, wurde von den US-Kritikern mit Lob überhäuft und gilt schon jetzt als ein heißer Kandidat für die kommende Oscarverleihung.
Als Andrew Largeman seine Heimstadt verlies, war das Glück auf seiner Seite. So konnte er eine beachtliche Karriere beim Fernsehen hinlegen. 10 Jahre später kehrt er zur Beerdigung seiner Mutter, das erste Mal wieder in seine Heimat zurück. Auf der Suche nach sich selbst trifft er die junge Sam, die gegensätzlicher gar nicht sein könnte und ihm hilft mit seiner Situation zurecht zu kommen.
85 % des Hauptcharakters seien er und seine eigenen Erfahrungen, meinte Zach Braff und das merkt man dem Film auch deutlich an. Denn es gelang ihm, eine wunderschöne und zugleich ziemlich traurig, melancholische Geschichte zu schreiben, die es schafft, den Zuschauer tief zu berühren und mit dem Charakteren mitzufühlen. Dabei driftet Braff nie ins Kitschige ab und bleibt immer jenseits des Hollywoodeinheitsbreis.
Sein Multitalent beweist Zach Braff auch bei der Inszenierung seines eigenen Filmes, da man ihm ein Auge für wunderschön eingesetzte Bilder nicht absprechen kann. Seine ruhige und leise Erzählweise ist ebenso gelungen, wie die immer wieder schön anzusehenden Szenen, welche nie in einem unpassenden Moment eingesetzt wurden und den Zuschauer somit fast über die komplette Laufzeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Als perfekt kann man auch seine Auswahl des Soundtracks bezeichnen. Es gibt nur wenige Filme, bei denen die Musik so gut zu den gezeigten Szenen passt, wie es bei Garden State der Fall ist. Hervorheben muss man an dieser Stelle den wunderbaren Song Let Go von Frou Frou, den man noch Wochen später vor sich hersummen wird.
Kennt man Zach Braff nur aus Scrubs stellt sich natürlich die Frage, ob er der Hauptrolle gewachsen ist? Diese kann man getrost mit Ja beantworten, denn er beweist auch in Sachen Schauspielkunst, dass ein großes Talent in ihm steckt. Seine Schauspielkollegin Natalie Portman steht ihm in nichts nach und liefert vom Fleck weg die bisher beste Darstellerleistung ihrer Karriere ab. Peter Saarsgard und Ian Holm wissen in ihren kleinen Rollen ebenfalls zu überzeugen.
Zach Braff hat mit seinem ersten Film Garden State das geschafft, was sich viele Regisseure träumen: Eine kleine Perle zu schaffen, die kaum Kritikpunkte aufzuweisen hat und in allen Belangen (Inszenierung, Story, Darsteller, Score) mehr als nur überzeugen kann! Bleibt zu hoffen, dass es ihm in ein paar Jahren wieder gelingen wird, sein Publikum so zu verzaubern, wie ihm das mit seinem Debüt gelang. |