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Nachdem Steven Soderbergh es geschafft hatte, alle Stars des ersten Teils plus einen zusätzlichen Hochkaräter für die Fortsetzung von Ocean's Eleven zu gewinnen, konnte er eigentlich nicht mehr viel falsch machen. Und so wurde auch aus Ocean's Twelve ein unterhaltsamer Film, bei dem es aber durchaus auch Kritikpunkte gibt.
Natürlich muss man bei der Beurteilung von Ocean's Twelve mit der Besetzung beginnen. Eine derart große Menge an Superstars hat es noch nie und wird es wahrscheinlich so schnell nicht wieder in einem Film zu sehen geben. Neben den bekannten Gesichtern aus dem ersten Teil kam nun noch Catherine Zeta-Jones hinzu. Absolut erwähnenswert ist zudem der urkomische Gastauftritt von Bruce Willis, der sich selbst spielt. Es dürfte sich von selbst verstehen, dass dieses Starensemble eine herrliche Darbietung zeigt.
Konzentrierte sich Soderbergh bei Ocean's Eleven vor allem auf den Einsatz von Bildeffekten und Blendetechniken, legt er beim zweiten Teil mehr Wert auf die Charakterzeichnung. Danny Ocean und seine Spießgesellen sind nicht mehr die unbesiegbaren, unantastbaren Verbrecher, sondern Menschen mit Problemen und Fehlern. Dieses Konzept funktioniert sehr gut und macht die Figuren noch sympathischer. Allen voran die des Linus, wunderbar gespielt von Matt Damon. Von Andy Garcia als fiesen Casinobesitzer Terry Benedict hätte man aber gerne noch mehr gesehen.
Die große Schwäche von Ocean's Twelve ist in der Story zu finden. Hier hat Steven Soderbergh etwas das Ziel aus den Augen verloren und den Film mit Wendungen überladen. Mehr Gradlinigkeit, die vor allem auch Ocean's Eleven auszeichnete, hätte dem Film gut getan. Auch die von Ocean's Truppe geplanten Verbrechen sind nichts Besonderes und stehen auch nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens. Lebte der erste Film hauptsächlich von seinem coolen Stil, muss dieser Streifen ohne dieses Mittel auskommen. Dafür setzte Soderbergh den Spannungsbogen aber zu flach an und das Ende wirkt etwas konfus und übertrieben. Seine Rechnung, zwei gleichwertige Geschichten, die Wiederbeschaffung von Benedicts Geld und die Konkurrenz zu Meisterdieb Toulour, miteinander zu verbinden geht nicht auf.
Dieses Sequel ist sicherlich ein unterhaltsamer Spaß, aber bei weitem kein Highlight. Witzige Dialoge und großartige Charaktere sorgen für ein fast durchgängiges Vergnügen. Sehr gelungen sind auch wieder die musikalische Unterlegung und der Schnitt, mit Ocean's Eleven aber kann dieser Streifen nicht mithalten. Ihm fehlt das gewisse Etwas, das ihn von der Masse abheben würde. Auch die Story kann leider nicht überzeugen, ganz im Gegensatz zu den Schauspielern. Hier ist wirklich die Creme de la Creme des kommerziellen Hollywoods versammelt. Dennoch muss man sich ins Gewissen rufen, dass ein anderer Regisseur allein mit dem Gehalt von Brad Pitt und Julia Roberts durchaus einen, zumindest unterhaltungstechnisch, gleichwertigen Film abdrehen könnte. |