Spannung ist bei diesem Film kaum spürbar, Atmosphäre ist fast keine vorhanden und nach Logik sollte man ohnehin nicht suchen. Dieser Streifen ist weniger eine Fortsetzung als vielmehr das Gegenteil von Ring, denn hier wurde nicht nur an Schockern sondern auch an der Story gespart. The Ring 2 drängt auf einen Markt, auf dem es derzeit viele Horrorfilme gibt und wird sich vermutlich nur dank seines Namens durchsetzen können.
Rachel Keller und ihr Sohn Aidan haben kaum den Schrecken des ersten Teils überstanden, da werden sie schon wieder auf einen Horrortrip geschickt. Nachdem sie dem "Fluch des Ringes" entkamen, sind sie in ein kleines Städtchen an der Küste gezogen. Doch das Unheil lässt nicht lange auf sich warten. Das mysteriöse Videoband, das die Menschen eine Woche nach dem Betrachten ins Jenseits befördert, taucht wieder auf und der Kampf gegen das böse Mädchen aus dem Brunnen beginnt erneut.
Bei Fortsetzungen von Überraschungserfolgen ist eine gewisse Grundskepsis ohnehin anzuraten. Wird das Sequel dann auch noch von einem anderen Regisseur in Angriff genommen umso mehr. Dies ist bei The Ring 2 der Fall. Gut, hier führt der Macher des japanischen Originals selbst Regie, aber das heißt noch lange nichts. Der erste Teil hatte ein zufrieden stellendes Ende, das aber leider den Raum für eine Fortsetzung bot. Da Ring das Horrorgenre wieder belebte und ein paar Innovationen mit sich brachte, freute man sich aber dann doch auf ein Sequel.
Mit Horrorklassikern wie Der Exorzist oder Rosemarys Baby wollen sich die Macher von The Ring 2 messen. In der Realität sieht das aber anders aus, denn da heißen die Konkurrenten Boogeyman oder Der Fluch - The Grudge. Beim Einspielergebnis wird sich der Film wahrscheinlich dank des bekannteren Namens durchsetzen. In Sachen Qualität muss sich dieser Streifen aber geschlagen geben, denn die anderen beiden Filme bieten wenigstens annehmbaren Horror und ein paar unterhaltsame Schocker.
Alles was Ring ausgezeichnet hat, lässt das Sequel fast gänzlich vermissen. Weder hat dieser Film eine packende Story zu bieten, noch Schockeffekte, die einen aus dem Sitz reißen und innovativ ist er schon gar nicht. Es gibt höchstens eine Szene, die den Zuschauer vielleicht etwas mit den Wimpern zucken lässt, der Rest des Streifens plätschert in sehr gemächlichem Tempo vor sich hin. Gipfel der Schwachsinnigkeit stellt die Szene dar, in der das Auto der Kellers von einer Horde Hirsche angegriffen wird. The Ring 2 ist eine unnötige Fortsetzung und Horrorfreunde sollten sich lieber an den ersten Teil halten, denn dieser hat um Welten mehr zu bieten.