Natural Born Killers Poster

Film-Seite zu Natural Born Killers
Poster zu Natural Born Killers
PDF zu Natural Born Killers
Forum-Topic zu Natural Born Killers

Natural Born Killers

(Natural Born Killers, 1994)

Dt.Start: 27. Oktober 1994
DVD: 12. Dezember 2002
Premiere: 26. August 1994 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Action, Thriller
Länge: 119 min Land: USA
Darsteller: Woody Harrelson (Mickey Knox), Juliette Lewis (Mallory Knox), Robert Downey Jr. (Wayne Gale), Tommy Lee Jones (Warden McClusky), Tom Sizemore (Jack Scagnetti), Rodney Dangerfield (Mallorys Vater), Edie McClurg (Mallorys Mutter), Russell Means, Balthazar Getty, Joe Grifasi, O-Lan Jones (Mabel)
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: David Veloz, Richard Rutowski, Oliver Stone


Inhalt

Das psychotische Pärchen Mickey und Mallory Knox zieht durch die Wüste von New Mexico und tötet aus purer Mordlust innerhalb von drei Wochen 52 Menschen. Bei den Massakern hinterlassen Sie jeweils eine lebende Person, die ihre Geschichte erzählen soll. Während die sensationslüsternen Medien die "M&M Murders" zu regelrechten Stars befördern, hängt sich der nicht weniger wahnsinnige Cop Scagnetti an ihre Fersen, der sie schließlich fassen kann. Im Hochsicherheitstrakt erklärt sich Mickey zu einem Interview mit dem Skandal-Journalisten Gale bereit, das vor laufender Kamera zu einer Katastrophe wird.
Shopping-Box
DVDs zu Natural Born Killers Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Natural Born Killers Poster & Merchandise
zum Film
Natural Born Killers bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Natural Born Killers bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Natural Born Killers hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 87%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Sascha Bregenhorn
Natural Born Killers hat eine Wertung von 87%
Oliver Stone inszenierte den wahrscheinlich umstrittensten Film der 90er Jahre und bezahlte dafür fast mit seiner Karriere. "NBK" erntete auch nach über 150 Schnitten und Änderungen vernichtend negative Kritik und nicht selten den Vorwurf der völlig übertriebenen Gewaltverherrlichung. Lässt man sich allerdings nicht von der oberflächlichen Brutalität abschrecken, bleibt ein grandioser Film mit unglaublich guten Schauspielern und einem Feuerwerk an nahezu jeder denkbaren Filmtechnik.

Bild aus Natural Born Killers Mit Meilensteinen wie Platoon, Wall Street, Born on the 4th of July oder The Doors war Oliver Stone berühmt geworden. 1994 verfilmte der Guerilla-Regisseur dann das von Quentin Tarantino gekaufte Skript "Natural Born Killers" - und musste kämpfen. Den 2 Monaten Drehzeit standen 11 Monate Bearbeitung gegenüber, unzählige Kürzungen machten schließlich immerhin eine "R"-Wertung (Extreme Gewalt und Massaker, schockierende Bilder, derbe Sprache, Sex) möglich. Die Zensur und die inhaltlich damit verbundene Kritik war nicht aus der Luft gegriffen; nach Meinung von Stone waren jedoch genau die Kürzungen besonders gewalttätiger Szenen das Problem, denn dadurch ginge die satirische Überspitzung und die Ironie verloren. Tatsache ist, dass es von kaum einem anderen Film so viele Fassung gibt.

In einer Raststätte bringt das unsterblich verliebte Pärchen Mickey (Woody Harrelson, Abgezockt!) und Mallory (Juliette Lewis, Blueberry und der Fluch der Dämonen) aus Spaß fünf Leute um. Ein sechster Anwesender bleibt am Leben, um weiterzugeben, wer das Massaker veranstaltet hat. Rückblick: Mallory kommt aus einer kaputten Familie, wird ständig von ihrem Vater missbraucht. Irgendwann tritt der Fleischlieferant Mickey in ihr Leben. Der Liebe auf den ersten Blick folgend machen sie mit dem Auto von Mallorys Vater eine Spritztour, dabei wird Mickey wegen des Diebstahls verhaftet. Er bricht aus, um Mallory zu holen. Zusammen bringen sie ihre Eltern um, und beschließen danach, sich selbst zu verheiraten.

Der äußerst brutalen Eröffnung des Films folgt die völlig absurd wirkende Kennenlern-Situation, die Stone als die Sitcom "I love Mallory" präsentiert. Die bitteren Dialoge verdeutlichen schnell die Familiensituation und werden von typisch sterilem TV-Gelächter begleitet und mit entsprechend unpassender Soap-Musik untermalt. Der Auftakt der Killertournee wird in Form der von dem Journalisten Wayne Gale (Robert Downey Jr., Gothika) moderierten Skandalshow "American Maniacs" als weitere Fernseh-Persiflage zusammengefasst. In seiner Show kommt auch das Volk zu Wort: Mickey und Mallory Knox werden als Stars gefeiert.

Während das Killer-Pärchen weiter mordend durch das Land zieht, werden sie von dem zynischen und skrupellosen Cop Jack Scagnetti (Tom Sizemore, Paparazzi) verfolgt, der auf seine Art Gefallen an Mallory gefunden hat. Nach einem Zwischenfall auf einer Indianer-Farm sind Mickey und Mallory gezwungen, sich ein Schlangengift-Gegenmittel zu besorgen, werden dabei von Scagnetti gefasst und getrennt eingelocht. Knastboss Warden McClusky (Tommy Lee Jones, The Missing) ist vom gleichen Schlag wie Scagnetti, was das im Hochsicherheitstrakt spielende letzte Drittel des Films noch nervenaufreibender macht. Mickey erklärt sich für ein Exklusiv-Interview mit Gale (angelehnt an das bekannte Manson-Geraldo Gespräch) bereit, dessen direkte Übertragung im Knast zu einem Aufstand führt. Das sich zu einem Massaker entwickelnde Chaos können Mickey und Mallory für einen Fluchtversuch vor laufender Kamera nutzen.

Was will uns Stone denn nun sagen? Oft wurde der einfallslose psychologische Ansatz kritisiert, die Kindesmisshandlung und ihre Folgen, doch der Kern der Geschichte gilt natürlich den Wechselwirkungen zwischen realer Gewalt und der Medienwelt. Und da ist Oliver Stone etwas über das Ziel hinaus geschossen, denn im Grunde nutzt er genau die Stilmittel, die er kritisieren will, weswegen Autor Tarantino sich auch von dem Werk distanzierte. Interessant wäre zu wissen, ob Natural Born Killers heute - 10 Jahre später - auch so kontrovers aufgenommen werden würde. Die Exekution vor der Kamera am Ende des Films unterscheidet sich nicht besonders von dem, was mit den Folgen des Irakkriegs alles an die Öffentlichkeit dringt.

Filmtechnisch ist "NBK" allerdings unvergleichlich. Durchzogen von surrealen Elementen wie Comiczeichnungen oder im Hintergrund ablaufenden Videos, wechselt der Film nicht nur zwischen Schwarz-Weiß, Farbe und diversen Mischformen sondern auch zwischen 18 verschiedenen Filmformaten hin und her. Ungefähr vier Mal mehr Schnitte als ein Film durchschnittlich braucht, sowie unzählige Musikstücke und Soundclips lassen dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause, übersteigen teilweise gar die Wahrnehmungsfähigkeit. Oliver Stone ist berüchtigt für unkonventionelle Drehmethoden, wie in etwa das Filmen in echten Gefängnissen mit echten Insassen. Während Woody Harrelson ständige "Skinhead"-Beschimpfungen über sich ergehen lassen musste, durften sich Juliette Lewis und Robert Downey Jr. anhören, wer von ihnen das sexuell ansprechendere Opfer wäre. Als Juliette Lewis Tom Sizemore in einer Szene versehentlich die Nase brach, musste dieser weiterspielen, um nicht den Fluss der Dreharbeiten zu bremsen. Vielleicht trug aber auch gerade diese Intensität zu den überragenden Leistungen bei. Jeder der Beteiligten füllt seine Rolle perfekt aus, was besonders bei Tommy Lee Jones auffällt; so genial hat man den Altstar selten gesehen.

Auch wenn die Message anzuzweifeln ist, Natural Born Killers ist ein mehr als sehenswerter Film!



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Reservoir Dogs - Wilde Hunde
Dt. Start: 10. Sep 1992
Vorschlag entfernen
Sieben
Dt. Start: 23. Nov 1995
Vorschlag entfernen
U-Turn
Dt. Start: 23. Apr 1998
Vorschlag entfernen
Mann beißt Hund
Dt. Start: 25. März 1992
Vorschlag entfernen
Bronson
Dt. Start: nicht bekannt
Vorschlag entfernen
 

© 2012 MovieMaze.de