In diesem romantischen Drama durchlebt Hauptdarsteller Josh Hartnett ein Gefühlschaos aus Liebe, Verlangen und Sehnsucht. Die von Regisseur Paul McGuigan geschickt inszenierte Geschichte über eine verlorengegangene Liebe, wird dem Zuschauer als Puzzle serviert und fesselt trotz kleiner Längen bis zur letzten Minute.
Im englischsprachigen Remake des französischen Films L'Appartement aus dem Jahre 1996 übernimmt Josh Hartnett die Rolle, die im Original von Vincent Cassel verkörpert wurde. Umgeben von drei Frauen, kämpft er sich durch ein Gefühlschaos aus Liebe, Verlangen und Sehnsucht. Seine zunächst rätselhafte emotionale Achterbahnfahrt, die in Rückblenden erzählt und damit immer mehr beleuchtet wird, ist zu Beginn sehr interessant und kommt nach kleinen Längen zu einem rührendem, mit Coldplay unterlegtem, Finale.
Der junge Geschäftsmann Matthew (Josh Hartnett) ist mit der attraktiven Rebecca (Jessica Pare) verlobt und steht kurz vor einer entscheidenden Geschäftsreise nach China, um einen Deal für die Firma ihres Vaters abzuwickeln. Auf der Toilette eines Restaurants hört er plötzlich die Stimme seiner großen Liebe Lisa (Diane Kruger), die vor einigen Jahren plötzlich aus seinem Leben verschwand. Besessen von dem Gedanken, Lisa wiederzufinden und das damalige abrupte Beziehungsende aufzuarbeiten, sagt er heimlich die China-Reise ab und versucht mit Hilfe seines alten Freundes Like (Matthew Lillard), Lisa wiederzufinden. Während seiner Suche wird in Rückblicken die Vergangenheit erzählt und so kann sich der Zuschauer Stück für Stück ein Bild über die zurückliegenden Ereignisse machen.
Der schottische Regisseur Paul McGuigan, der bisher unter anderem den Krimi Gangster No.1 inszenierte, schuf eine stimmige und leicht dramatische Atmosphäre, in der die Darsteller ihre, von Sehnsucht und Verlangen getriebenen, Charaktere gut zur Entfaltung bringen konnten. Hauptdarsteller Josh Hartnett verkörpert dabei einen leicht verträumten, aber dennoch zielstrebigen jungen Mann, der die Dinge beim Schopfe packt, die ihn wirklich bewegen. Seine umwerfende Leinwandpartnerin Diane Kruger, die hier um Längen besser aussieht, als in Troja, macht ihre Sache ebenfalls sehr gut und gefällt in ihrer Rolle. Auch Matthew Lillard macht in dem Film eine sehr gute Figur und sorgt für etwas Erheiterung, ohne in sein übliches Geblödel zu verfallen.
Der Film lässt den Zuschauer etwas zu lang im Ungewissen und so muss man sich zur Halbzeit durch einige Längen kämpfen. Als jedoch das Puzzle der Vergangenheit mehr und mehr Formen annimmt, entwickelt Sehnsüchtig seine stärkste Phase und kann, die zu diesem Zeitpunkt aufgebaute Spannung, bis zum Schluss aufrecht erhalten. Die intelligent erzählte Geschichte und die guten Darstellerleistungen machen Sehnsüchtig zu einem gelungen und romantischen Drama, das die oben angeführten Motive geschickt verknüpft und damit wohl niemanden kalt lässt.