David R. Ellis (Final Destination 2) schuf auf Basis von Larry Cohens (Nicht Auflegen!) Drehbuch einen überaus spannend inszenierten Thriller ohne große Effekte, der durch seine interessante Handlung zu überzeugen weiß und den Zuschauer somit eineinhalb Stunden gute kurzweilige Unterhaltung bietet.
Autor Larry Cohen wollte mit seinem Drehbuch zu Final Call das Gegenstück zu seinem erfolgreichen Nicht Auflegen! kreieren. Während bei seinem letzten Drehbuch ein Mann an eine Telefonzelle gefesselt war und nicht auflegen durfte, so gibt es hier keine örtliche Begrenzung. Das Thema bleibt abe das selbe: Sobald aufgelegt wird, besteht die Gefahr, dass jemand ermordet wird.
Als der junge Ryan an sein Handy geht, staunt er nicht schlecht: Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine Frau die behauptet, entführt worden zu sein. Nach anfänglicher Skepsis merkt Ryan schnell, dass dies mehr als nur eine dumme Verarsche ist und es sich um eine ernste Situation handelt. So versucht er alles daran zu setzen, um der Frau und ihrer Familie zu helfen.
Die Story gibt selbst eigentlich nicht viel her und man muss schon zugeben, dass es hier und da immer wieder ein paar Logiklöcher gibt. Jedoch kann man meistens darüber hinweg sehen, was vor allem Larry Cohens Grundidee zu verdanken ist, die immer wieder neue Überraschungen zu bieten hat und somit bestens unterhalten kann.
Ein Lob gebührt auch der Regie von David R. Ellis, dem es wie schon bei seinem letzten Film Final Destination 2 gelingt, den Grat zwischen schneller und spannender Inszenierung bravourös zu meistern und nie ins Hecktische zu verfallen. Ein Problem, an dem heutzutage die meisten Filme leiden.
Einen guten Griff hat man auch bei der Wahl der Darsteller gemacht: Kim Basinger und Chris Evans harmonieren am Telefon sehr gut miteinander und spielen ihre Rollen durchweg glaubhaft. Aber auch die beiden Nebendarsteller Jason Statham und William H. Macy können durch ihr gutes Spiel noch Einiges aus den doch recht flachen Charakteren herausholen.
Final Call ist insgesamt ein sehr kurzweiliger, dafür aber umso unterhaltender Actionthriller, den man jedoch nie zu ernst nehmen sollte. Wer also mal nicht dutzendweise CGI-Effekte und einen hausgemachten, unterhaltsamen Thriller sehen will, der kann guten Gewissens ein Ticket für eine Vorstellung dieses Filmes lösen.