Allein im Ozean treiben, nicht wissen was unter der Wasseroberfläche lauert und keine Rettung in Sicht. Das ist wohl der Albtraum jedes Tauchers. Open Water zeigt mit beängstigenden Handkamera-Bildern, was passieren könnte, wenn der Albtraum Wirklichkeit wird. Wer demnächst einen Tauchausflug plant, sollte sich von diesem Film fernhalten.
Wieder einmal ein Film der nur mit Handkamera gedreht wurde und völlig ohne Special-Effects auskommt. Wie effektiv und angsteinflößend so etwas sein kann, hat bereits Blair Witch Projekt bewiesen. Auch Open Water spielt mit den Ur-Ängsten der Menschen: Die Angst vor Einsamkeit, die Angst vor dem Unbekannten und (dank Steven Spielberg) auch die Angst vor Haien.
Der Urlaub, eigentlich die schönste Zeit des Jahres. Doch was, wenn aus den erholsamen Tagen plötzlich ein Albtraum wird? Susan und Daniel, zwei überarbeitete Geschäftsleute, müssen diese Erfahrung machen. Bei einem Tauchausflug werden sie auf offener See zurückgelassen. Die Story basiert auf mehreren wahren Geschichten. Es passiert anscheinend häufiger als man sich vorstellen kann, dass Taucher vergessen werden und einige Stunden alleine im Ozean treiben.
Der Film braucht eine Weile, bis er richtig in Schwung kommt. Dann aber steigert sich die Spannung des Streifens bis hin zum überraschenden Ende kontinuierlich. Hierbei tut die Kameraführung, die im übrigem nicht so wackelig ist, wie man es von einem Handkamera-Film erwarten würde, ihr übriges. Bei den wechselnden Über- und Unterwasseraufnahmen hat man das Gefühl sich mitten unter den Zurückgelassenen im Ozean zu befinden.
Allein bei dem Gedanken daran, dass die Schauspieler während der Dreharbeiten wirklich unter den Haien geschwommen sind, wird einem Angst und Bange und man bekommt großen Respekt vor den Beiden. Ohnehin spielen Blanchard Ryan und Daniel Travis das junge Liebespaar, das in diese missliche Lage gerät, sehr glaubwürdig. Auch Chris Kentis und Laura Lau, die das Drehbuch schrieben, den Film produzierten, die Kamera führten und schließlich den Schnitt machten, haben gute Arbeit geleistet.
Wer es schafft sich von Anfang an in die aussichtslose Lage der beiden Taucher hineinzuversetzen wird von Open Water gefesselt werden. Die beklemmende Stimmung wurde von der Handkamera gut eingefangen und auch die Darsteller wissen zu überzeugen. Etwas mehr Verzweiflung und ein paar Hai-Szenen weniger hätten den Film aber noch besser machen können. Hobby-Taucher werden sich nach dem Kinobesuch auf jeden Fall nicht mehr ganz so wohl bei ihren nächsten Tauchgängen fühlen und sich öfters nach ihrem Boot umsehen.