Die Macher von South Park vertreten entgegen der Erwartung mit ihrem Puppenfilm keine politische Meinung, sondern karikieren und beleidigen alles und jeden. Dennoch hat der Film einige gute Szenen und Lacher parat, die aber angesichts der verworrenen Phantasien und Ideen der Macher etwas in den Hintergrund gedrängt werden.
Das freche Puppenfilmchen der South Park Macher Trey Parker und Matt Stone präsentiert sich zunächst als ernstzunehmende Satire auf die Außenpolitik der USA, driftet aber letztlich in vollkommen bizarre und verworrene Sphären ab. Unterm Strich muss man den Beiden demnach unterstellen, dass sie mit ihrem Film keine wirkliche Aussage verfolgten, sondern einfach nur der ganzen Welt ans Bein pinkeln wollten. Dennoch macht der Film stellenweise Spaß und sorgt für gute Unterhaltung. Dass sich Parker und Stone etwas zu oft jenseits des guten Geschmacks aufhalten, mindert den Gesamteindruck deutlich und wird für viel Kopfschütteln sorgen.
Der Film startet in Paris, wo sich ein paar fiese arabische Terroristen versammeln, um die französische Hauptstadt in Schutt und Asche zu legen. Doch das "Team America" ist schon zur Stelle und schaltet die Fieslinge mehr oder weniger gekonnt aus. Dass dabei der Eifelturm, der Triumphbogen und das Louvre das Zeitliche segnen, wird einfach in Kauf genommen. Zurück im Hauptquartier in Mount Rushmore, erfährt das Team von Anführer Spottswoode, dass eine terroristische Vereinigung einen verheerenden Anschlag auf die Welt plant. Um Kenntnis über deren Plan zu erhalten, wird der Schauspieler Gary Johnston rekrutiert, der die Terroristen infiltrieren soll. Die Arbeit von "Team America" wird jedoch vom "Film Actors Guild" - oder kurz F.A.G. (fünf Dollar in die Wortspielkasse) - torpediert, da dieser eine friedliche Lösung der Probleme favorisiert.
Trey Parker und Matt Stone stellen mit ihrem Film teilweise Bezug zur politischen Realität her. So wird beispielsweise der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il als Bösewicht aufgeboten oder U.N.-Waffeninspektor Hans Blix in seiner undankbaren Funktion durch den Kakao gezogen. Doch der hierdurch erzeugte "ernstzunehmende Satire"-Effekt verpufft schon Sekunden später, indem sich Parker und Stone ihren abstrusen Phantasien hingeben. Denn Songs wie "Everyone has AIDS", minutenlange Kotzorgien, Blowjobs als Treuebeweis oder Puppenkamasutra (erinnert ein wenig an die Zeit, als man mit zehn Jahren Barbie und Ken poppen lies) haben mit ernstzunehmender Satire nichts mehr zu tun. Im Zusammenhang mit dem bereits erwähnten "Film Actors Guild" werden zahlreiche Stars wie Alec Baldwin, Tim Robbins, Matt Damon, Susan Sarandon und Sean Penn verhöhnt bis beleidigt. Auch dass Matt Damon als retardierter Taugenichts dargestellt wird, ist zwar einerseits eine Frechheit, aber andererseits irgendwie lustig.
Dennoch sollten die guten Ideen und Scherze, die Trey Parker und Matt Stone in Team America: World Police einfließen ließen, nicht unerwähnt bleiben. So kann man die Verarsche der "Thunderbirds" mittels des "Team America" durchaus als gelungen bezeichnen. Auch der Song "Pearl Harbor Sucked and I Miss You" ist ein unglaublicher Brüller und wird für viel Erheiterung sorgen. Im Großen und Ganzen kann man festhalten, dass der Film eine ausgewogene Mischung aus guten Witzen und derben bis beleidigendem Humor ist. Dass leider letztere Kategorie im Gedächtnis haften bleibt, tut dem Film etwas unrecht, da doch einige gute Ansätze dabei waren. Vielleicht werden Trey Parker und Matt Stone demnächst erwachsen und können dann eine etwas ernstzunehmendere Satire auf die Beine stellen.