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Nachdem der Engländer Edgar Wright im Frühjahr 2004 mit der ersten Zombie-Komödie namens Shaun of the Dead - einer Kombination aus Liebeskomödie und Zombiefilm - in den Kinos große Erfolge feierte, folgte im Herbst des gleichen Jahres der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Mathias Dinter seinem Beispiel und kombinierte einen Zombiefilm mit einer typischen Teenie-Komödie. Das Resultat kam dann unter dem Titel Die Nacht der lebenden Loser auf die große Leinwand und schaffte später sogar in einer synchronisierten Fassung verdientermaßen den Sprung über den großen Teich. Zwar hat das englische Vorbild die Nase klar vorne, doch kann man sich auch bei dieser ersten deutschen Zombie-Komödie sehr gut amüsieren.
Philip, Wurst und Konrad sind drei Freunde und Loser: Philip hat sich in die allseits beliebte Uschi verliebt und merkt dabei nicht, dass seine Nachbarin Rebecca viel besser zu ihm passt; Wurst ist andauernd bekifft und hat stets eine große Klappe, doch leider nicht viel dahinter; Konrad ist extrem schüchtern und lässt sogar Streiche von Erstklässlern über sich ergehen. Rebecca und ihre Freunde befinden sich in einer Gothic-Phase und interessieren sich sehr für Okkultes. Nachdem Philip von einem Liebeszauber erfährt, überredet er Rebecca zu einem nächtlichen Treffen auf dem Friedhof, wo dann aber so ziemlich alles schief geht und die drei Loser versehentlich mit echter Zombie-Asche überschüttet werden. Als sie auf dem Heimweg einen Unfall bauen, wachen sie plötzlich als Zombies im Leichenschauhaus wieder auf. Von nun an geht es darum, mit den kommenden Veränderungen klar zu kommen ohne dass ihr Zustand anderen auffällt, sowie darum ein Gegenmittel zu finden, um nicht irgendwann in alle Einzelteile zu zerfallen.
Mathias Dinter bedient sich ganz klar dem amerikanischen Vorbild und liefert auch alle notwendigen Zutaten dafür: die Loser-Clique, das begehrteste Mädchen, die süße Nachbarin, die Freaks, die Sportskanonen und coolen von der Schule, den - sehr lustigen - sportlichen Wettkampf, die überfüllte Hausparty, die große Liebe und schließlich das Happy End. Dabei schafft er es zwar nicht, Spannung zu erzeugen oder überraschende Wendungen zu liefern, doch er baut immer wieder unerwartete und gut getimte Gags ein, welche ihre Wirkung nur selten verfehlen. Das Ganze hat somit große Ähnlichkeit mit American Pie, nur mit dem Unterschied, dass die Hauptfiguren Zombies sind denen im dümmsten Moment wichtige Körperteile abhanden kommen. Dazu ein typischer Punkrock-Soundtrack, der hier komplett von der Band SPN-X geliefert wird und mit sehr passenden Texten gewürzt ist, und fertig ist die erste deutsche Zombie-Teenie-Komödie.
Tino Mewes (Kleinruppin Forever) spielt als Philip passend zurückhaltend, Thomas Schmieder (Die Klasse von '99) stellt den durchdrehenden Konrad glaubwürdig dar, Collien Fernandes (Autobahnraser) ist als stets schwarz gekleidete Rebecca einfach zuckersüß und Manuel Cortez (auch Autobahnraser) darf als dauerbekiffter und sprücheklopfender Wurst den Vogel abschießen und die meisten Gags auf seinem Konto verbuchen. Etwas hölzern wirkte einzig Henry Gründler (Freitag Nacht News) als Philips Vater, was aber durch Sissi Perlinger (Harte Jungs) als dessen Frau wieder ausgeglichen wird: so wirkt das Ehepaar Fleischhacker (welch treffender Name in diesem Kontext!) herrlich überdreht, was sehr gut zum restlichen Gesamtbild passt.
Die Nacht der lebenden Loser mag kein großes Kino präsentieren, doch was der Film wirklich sein will, gelingt ihm überraschend gut: eine lockere Teenie-Komödie mit Zombies und deren Alltagsproblemen. Das Ganze ist natürlich mit Anspielungen auf Genre-Klassiker gespickt und liefert uns am Ende genau das, was wir uns schon nach wenigen Minuten denken können. Doch dank der relativ neuen Grundidee, den vielen Gags und dem spaßigen Soundtrack, sollte sich kein Fan von solchen Komödien diese unterhaltsamen neunzig Minuten entgehen lassen. |