Gleich zwei Mal gibt es Tobias Schenke in dieser sympathischen Rollentauschkomödie, welche zwar teilweise recht unterhaltsam ist, jedoch jegliche Spur von neuen, interessanten Ideen vermissen lässt und fast ausschließlich von der entzückenden Hauptdarstellerin Anja Brüggemann getragen wird.
Seit dem Erfolg von Good Bye, Lenin! haben deutsche Produzenten Blut geleckt und beglücken das Publikum in letzter Zeit mit einigen, thematisch ähnlichen, Filmen. Regisseur Carsten Fiebeler, der sich schon letztes Jahr mit Die Datsche diesem Thema annahm, versucht nun sein Glück damit, dieses Genre mit einer Verwechslungskomödie zu kombinieren.
Der 19jährige Bremer Tim hat vier Jahre vor dem Fall der Mauer alles was man sich wünschen kann: Seine Adoptiveltern sind reich, er ist beliebt bei den Mädchen und hat ein Stipendium für die USA in der Tasche. Vorher geht es aber mit der Schule noch auf einen Klassenausflug in die DDR, bei dem er seinem Zwillingsbruder Ronnie über den Weg läuft, der ein ärmliches Leben im Osten führen muss. Ronnie nutzt die Gelegenheit aus und schlägt Tim nieder, um an seiner Stelle das schöne Leben im Westen genießen zu können.
Dass man eine schon zig mal durchgekaute Geschichte sehr gut in Szene setzen kann, konnte Freaky Friday - Ein voll verrückter Freitag letztes Jahr beweisen. Genau diesem Problem muss sich auch diese Produktion stellen, da man in Sachen Story auf innovative Ideen und Besonderheiten vergeblich wartet, denn es gibt rein gar nichts, dass man nicht schon mal in einer ähnlichen Auswertung auf der Leinwand gesehen hat.
Aus diesem Grunde ist der Humor des Filmes natürlich ausschlaggebend für das Gelingen des Projektes. Man kann auch ruhigen Gewissens sagen, dass man bei Kleinruppin Forever einiges zu Schmunzeln bekommt, jedoch bleiben die ganz großen Lacher aus und auch ein paar Gags gehen komplett ins Leere.
Obwohl es dem Zuschauer manchmal so vorkommt, als wäre dieser Film ohne viel Liebe in Szene gesetzt worden, überrascht uns der Regisseur dann doch mit teilweise richtig sympathischen, wenn gleich auch klischeehaften Charakteren, die es fast alleine schaffen den Film im Mittelmaß zu halten.
Dass Tobias Schenke durchaus witzig sein kann, hat er schon in Der Letzte Lude bewiesen, doch leider kann er an diese Rolle nicht ganz anknüpfen, obwohl er eine solide Performance abliefert. Ganz anders sieht es mit der weiblichen Hauptrolle aus, die von der deutschen Scarlett Johannson Anja Brüggemann hervorragend gespielt wird und sich fast schon allein durch ihre Ausstrahlung vom Rest des kompletten Casts abhebt.
Letztendlich muss man sagen, dass es Regisseur Carsten Fiebeler leider nicht gelang einen Ostfilm mit einer Rollentauschkomödie zu verknüpfen. Sicherlich ist sein Kleinruppin Forever ganz nett anzuschauen, dafür jedoch extrem kurzweilig und zu keinem Zeitpunkt fähig, sich von der Masse abzuheben.