|
Das Portrait des Milliardärs, Visionärs und Frauenhelden Howard Hughes wurde von Martin Scorsese in opulenter und ansprechender Weise in Szene gesetzt. Neben den durchweg guten Darstellerleistungen überzeugt vor allem Leonardo DiCaprio, der den scheuen und introvertierten Hughes hervorragend auf die Leinwand bringt. Alles in allem ein rundum gelungener Film, der trotz langer Laufzeit gute und spannende Unterhaltung garantiert.
Nach ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit bei Gangs of New York, gehen Regisseur Martin Scorsese und Schauspieler Leonardo DiCaprio erneut ein großes Thema an und versuchen das Leben des Milliardärs, Visionärs und Frauenhelden Howard Hughes auf die Leinwand zu bannen. Herausgekommen ist das 166 minütige Portrait eines Mannes, der zunächst auf der Überholspur lebte und schließlich langsam aber sicher in die Einsamkeit abdriftete. Der Film überzeugt einerseits durch gute Darstellerleistungen und andererseits durch eine opulente und teils verspielte Optik sowie gekonnte eingesetzte Spezialeffekte.
Das Drehbuch von John Logan, der schon Gladiator zu Papier brachte, beginnt im Jahre 1927, als der 22-jährige frisch gebackene Milliardär Howard Hughes (Leonardo DiCaprio) von Texas nach Hollywood ging und mit der Produktion seines Weltkriegsstreifens "Hell's Angels" begann. Während der dreijährigen Drehzeit, die vier Millionen Dollar (damals ein Rekordbudget) verschlang, wurde er von den alten Hollywoodgrößen belächelt und verspottet. Diese staunten allerdings nicht schlecht, als der Film schließlich zum Erfolg wurde. In den folgenden Jahren arbeitete der scheue Howard Hughes weiter als Produzent, stieg aber parallel ins Fluggeschäft ein und kaufte die marode Gesellschaft TWA, um in den folgenden Jahren dem Platzhirschen PanAm Konkurrenz zu machen.
Neben der Liebe zum Film und zur Fliegerei interessiert sich Howard Hughes für schöne Frauen und umgibt sich gern mit Größen wie Katharine Hepburn (Cate Blanchett), Faith Domergue (Kelli Garner) und Ava Gardner (Kate Beckinsale). Seine Beziehung mit Katharine Hepburn war trotz aller Gegensätze perfekt, ging aber schließlich doch in die Brüche, als die überschäumende Intellektuelle die Marotten des introvertierten und scheuen Perfektionisten nicht mehr ertragen konnte. Nach dem Ende der Beziehung hat Howard Hughes zunehmend mit panischer Angst vor Viren und mit Verfolgungswahn zu kämpfen, was ihn zunehmend von anderen Menschen entfernt und in die Einsamkeit treibt.
Martin Scorsese thematisiert in seinem Portrait in erster Linie die Erfolge des Howard Hughes und beschäftigt sich ausgiebig mit seinem komplizierten Charakter sowie seiner problematischen Psyche. Seiner Liebe zur goldenen Zeit Hollywoods lässt Scorsese dabei freien Lauf. Viele Szenen sind dank hervorragender Kamera und aufwändigem Produktionsdesign opulent inszeniert und machen den Film zu einem Fest fürs Auge. Hierbei faszinieren vor allem die Dreharbeiten zu "Hell's Angels", der Bruch des Geschwindigkeitsrekords mit anschließendem Absturz über Beverly Hills und der Bau des gigantischen Transportflugzeuges Hercules.
Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio gelingt ein überzeugendes Porträt des schwierigen Howard Hughes, der nach außen hin stets versucht die Fassung zu wahren, aber innerlich zunehmend mit Dämonen zu kämpfen hat. Diese treiben den scheuen und introvertierten Mann zunehmend in die Vereinsamung und führen schließlich dazu, dass er die letzten Jahre seines Lebens alleine in Hotelzimmern verbringt. Auch die Nebendarsteller können in ihren Rollen restlos überzeugen. Vor allem Cate Blanchett meistert ihre schwierige Aufgabe als Katharine Hepburn mit Bravour und zaubert ein gelungenes Porträt des wohlerzogenen und ausgelassenen Stars auf die Leinwand. Kate Beckinsale und Alec Baldwin können in ihren Rollen als kühle Ava Gardner beziehungsweise machtbesessener PanAm Chef Juan Trippe ebenfalls überzeugen.
Mit diesem unterhaltsamen und opulenten Portrait von Howard Hughes könnte Martin Scorseses Traum vom Regie-Oscar endlich in Erfüllung gehen. Der Film überzeugt in vielerlei Hinsicht und ist trotz einer Länge von 166 Minuten nie langweilig, sondern fesselnd und interessant. Die zahlreichen namhaften Darsteller und ein gut aufgelegter Leonardo DiCaprio in Hauptrolle, machen Aviator zu einem rundum gelungenen Film, der hoffentlich ein großes Publikum anspricht, um die Lorbeeren zu erhalten, die ihm gebühren. |