Regisseur Brad Anderson (Session 9) schuf mit seinem atmosphärisch dichten Thriller einen gelungenen Genre-Film, dem es aber stellenweise an etwas Besonderem fehlt. Hauptdarsteller Christian Bale hingegen, konnte auf ganzer Linie überzeugen und zeigte eine der besten Leistungen seiner Karriere.
Um die Hauptrolle in Brad Andersons neuestem Psychothriller Der Machinist zu bekommen, war Die Herrschaft des Feuers-Darsteller Christian Bale bereit, sich von seinem durchtrainierten Körper zu trennen und sage und schreibe 30 Kilo (1/3 seines Körpergewichtes) abzunehmen, um die Rolle des Trevor Reznik verkörpern zu dürfen.
Trevor Reznik ist ein einfacher Industriearbeiter, dessen Leben nur wenig Erbauliches bietet, so gibt es neben seinem Job und dem alltäglichen intensiven Putzen seiner Wohnung nur die Besuche der Prostituierten Stevie als Abwechslung. Dieser gesteht er, dass er an extremer Schlaflosigkeit leidet und seit einem Jahr kein Auge mehr geschlossen hat. Dadurch gerät sein Leben immer mehr aus den Fugen, da die Realität langsam verschwimmt und es aufgrund dessen zu einem grausamen Arbeitsunfall kommt.
Scott Kosars Geschichte ist im Grunde durchweg interessant. Sie schlägt viele Lösungswege ein und driftet dabei nie in eine zu abwegige Richtung, so dass das Spannungslevel beim Zuschauer durchgehend auf sehr hohem Niveau ist. Zwar kann man sich, wenn man schon einige Filme dieses Genres gesehen hat, die Auflösung, was es denn nun mit Trevor auf sich hat, schnell denken. Doch aufgrund des recht ungewöhnlichen Endes muss ich sagen, dass sich Der Machinist schon ein wenig von genretypischen Filmen abheben konnte.
Überzeugen konnte ebenso die sehr ruhige atmosphärische Inszenierung. Diese düstere Stimmung vermochte einen immer wieder zu fesseln. Dass es der Regisseur dabei sehr langsam angehen lässt und auf viele Kleinigkeiten achtet, verstärkt dies immens. Genauso wie die dosiert auftretenden Schockmomente, die am Beispiel der Route 666 den Zuschauer mehr an den Nerven zerren lässt, als so mancher Psychothriller in seiner kompletten Laufzeit.
Hauptdarsteller Christian Bale tat gut daran, sich für seine Rolle so ins Zeug legen und die bereits angesprochenen 30 Kilo abzunehmen, denn er konnte mit seiner Leistung in Der Machinist die beste Performance seiner Karriere abliefern, da ich mir kaum einen anderen vorstellen könnte, der den abgemagerten Trevor Reznik hätte ähnlich überzeugend spielen können.
Warum aber trotz des durchgehenden Lobes nur eine relativ niedrige Gesamtwertung? Dem Film fehlt einfach an manchen Stellen das gewisse Etwas, das Besondere, das den Film in seinem Genre abhebt um was ganz Besonderes zu sein. Dies gelingt ihm jedoch nicht immer, so dass Der Machinist zwar sicherlich ein überzeugender und guter Thriller ist, man ihn jedoch nicht als einen sich abhebenden Film dieses Genres bezeichnen kann.