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Die Tragikkomödie von Besser Geht's Nicht Regisseur James L. Brooks überzeugt durch eine gewitzte Geschichte und interessante Figuren. Neben Hauptdarsteller Adam Sandler, der hier in seiner bisher ernsthaftesten Rolle zu sehen ist, überzeugt vor allem Tea Leoni als emotionaler und egoistischer Trampel.
Nachdem Adam Sandlers Ausflug in die ernsthafte Unterhaltung in Punch-Drunk Love durchaus überzeugen konnte, geht er nun in der Tragikkomödie Spanglish einen Schritt weiter und verkörpert einen charmanten und warmherzigen Sterne-Koch, der betont ruhige und zurückhaltende Töne anschlägt. An seiner Seite ist Tea Leoni (Jurassic Park 3) als seine Ehefrau zu sehen. Sie verkörpert eine extrovertierte und egoistische Frau, die zwar einerseits auf Political Correctness achtet aber andererseits ein emotionaler Trampel ohne Gespür für die Gefühle Anderer ist. Mitten in diesem ehelichen Sodom und Gomorra befindet sich die mexikanische Haushälterin Flor (Paz Vega), die zwar kein Wort englisch spricht, aber trotzdem schnell mitbekommt, dass es in der Familie hinten und vorne nicht stimmt. Inszeniert und geschrieben wurde die Tragikkomödie von James L. Brooks, der nach Besser Geht's Nicht erstmals wieder auf dem Regiestuhl platz nahm.
Eingerahmt wird die Geschichte von den Erzählungen von Flors Tochter Christina, die zusammen mit ihrer Mutter illegal in die USA einreißt und zunächst in Los Angeles unterkommt. Flor schlägt sich dort mit mehreren Jobs durch, wobei sie jedoch kein Wort englisch lernt. Als sie merkt, dass sie mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen muss, begibt sie sich auf die Suche nach einem besser bezahlten und weniger zeitintensiven Job und wird schließlich Haushälterin bei Deborah und John Klasky (Tea Leoni und Adam Sandler). Dort wahrt sie zunächst, auch wegen der Sprachbarriere, etwas Distanz, ehe sie auf Grund der Missstände und ihrer eigenen Mentalität nicht mehr tatenlos zusehen kann. Neben dem gutmütigen Familienvater John leidet vor allem Tochter Bernice unter ihrer emotional verkrüppelten Mutter und wird von Flor liebevoll aufgemuntert. Als Flor ihre Tochter Christina erstmals mit in die Arbeit nimmt, entdeckt Deborah in ihr die Traumtochter, die sie nie hatte und bringt damit die Situation zum eskalieren.
Der Film präsentiert sich zu Anfang hauptsächlich als Komödie und ringt dem Publikum mit einigen gut pointierten Sprüchen problemlos ein paar Lacher ab. Mit der Zeit gewinnt die tragische Komponente immer mehr an Gewicht, wobei sich Spanglish mit mehreren emotionale Baustellen gleichzeitig beschäftigt. Da wäre zunächst der bereits skizzierte latente Konflikt zwischen Deborah und John, das kühle Verhältnis zwischen Mutter Deborah und Tochter Bernice und schließlich der Zwist zwischen Flor und Deborah um Flors Tochter Christina. Der Film lässt offensichtlich kein gutes Haar an Deborah, die durch ihre Art mit nahezu jeder Person in Konflikt gerät. Darstellerin Tea Leoni gelingt dabei ein glaubwürdiges Portrait ihrer Figur, da man in keiner Sekunde nur ein Fünkchen Sympathie für Deborah hegt.
Hauptdarsteller Adam Sandler kann in seiner bisher ernsthaftesten Rolle durchweg überzeugen und gefällt vor allem durch sein zurückhaltendes Spiel. Sein Charakter kann einem schon fast leid tun, da er angesichts seiner dominanten und sprunghaften Frau mehr oder weniger zum armen Würsten degradiert wird. Im Großen und Ganzen ist James L. Brooks mit Spanglish ein guter Film gelungen, der durch eine gewitzte Geschichte und interessante Figuren besticht. Angesichts der Laufzeit von über zwei Stunden hätte man sich in mancherlei Hinsicht etwas mehr Tiefgang bei der ein oder anderen Figur gewünscht. Trotzdem bietet Spanglish nette Unterhaltung und vor allem einen Adam Sandler, der unter Beweis stellen kann, dass er nicht nur zum Herumblödeln zu gebrauchen ist. |