Das Sport-Drama basiert auf einer wahren Begebenheit und überzeugt durch viel sportliche Dynamik und eine charismatische Hauptfigur, die von Samuel L. Jackson gewohnt souverän auf die Leinwand gebracht wird. Wegen seiner mitreißende Art und seinem guten Soundtrack kann man auch wohlwollend über die Tollpatschigkeit bei den sozialkritischen Aspekten hinwegsehen.
Basierend auf einer wahren Begebenheit inszenierte Save the Last Dance Regisseur Thomas Carter, der zu seinem Protagonisten keine verwandtschaftliche Beziehung besitzt, dieses Sport-Drama über den charismatischen Basketballtrainer Ken Carter. Dieser war 1999 in den USA in aller Munde, nachdem er seinem erfolgreichen Team wegen schlechter Noten die Sporthalle symbolisch mit einer Kette zuschloss und sie erst wieder öffnete, als die Spieler schulisches Engagement bewiesen. Verkörpert wird Ken Carter durch Samuel L. Jackson, der den charismatischen und strengen Coach in gewohnt souveräner und glaubwürdiger Manier auf die Leinwand bringt.
Der Film erzählt die Geschichte von Ken Carter, der ein erfolgreiches Sportgeschäft leitet und dessen Sohn auf eine renommierte Privatschule geht. Trotzdem nimmt er die schlecht bezahlte und undankbare Stelle als Basketball Coach an der Richmond High School an, wo er einst selbst Körbe warf. Den ungehobelten und respektlosen Spielern macht er daraufhin bereits in der ersten Stunde klar, dass fortan ein anderer Wind weht. Gleichzeitig verpflichtet er seine Spieler vertraglich dazu, auch in der Schule gute Leistungen abzuliefern. Sein eisernes aber gerechtes Regiment macht sich schnell bezahlt und die bis dato als Loserteam verspottete Mannschaft gewinnt ein Spiel nach dem anderen. Als er jedoch herausfindet, dass seine Schützlinge in der Schule nicht die geforderten Leistungen bringen, greift er hart durch und sperrt kurzerhand die Sporthalle zu.
Der von MTV mitproduzierte Streifen gefällt vor allem als Sportfilm und überzeugt durch viel Teamgeist, motivierende Gespräche in der Umkleide und nicht zuletzt das geile Gefühl des Gewinnens. Das sportliche Hochgefühl hat sicherlich seinen Höhepunkt, als die Mannschaft zum entscheidenden Spiel in Armageddon-Slowmotion ins Stadion schreitet. Auch die Figur des Ken Carter kann auf ganzer Linie überzeugen. Hierbei gefällt vor allem seine Lebenseinstellung, da er sich nicht damit zufrieden gibt, ein erfolgreiches Team zu trainieren. Er will seine Spieler zu Gewinnern und Typen formen, die nicht nur auf dem Basketballfeld Größe zeigen können. Einen großen Beitrag zur Carters Überzeugungskraft leistet natürlich Samuel L. Jackson, der seinen kantigen aber gerechten Charakter sehr glaubhaft spielt.
Als sozialkritisches Ghettodrama kann Coach Carter hingegen nicht ungeschränkt überzeugen, da die vertieften Charakterstudien der einzelnen Spieler eher aufgesetzt und lieblos wirken. Hier hätte ein wenig mehr Feingefühl sicherlich mehr bewirkt als stupides Abklappern der Standardthemen Schwangerschaft, Abtreibung und Drogen. Im Großen und Ganzen bietet der Film jedoch gute Unterhaltung, wobei man sich an manchen Stellen wünscht, dass er unter der zwei Stunden Marke geblieben wäre. Überzeugend ist auch der Soundtrack, der erwartungsgemäß viel HipHop und R&B bietet und sich sehr schön in das Gesamtkonzept des Films einfügt.