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Nach einer recht gelungenen Eingangsszene hat man noch die Hoffnung einen ordentlichen Actionthriller zu Gesicht zu bekommen. Diese wird jedoch sehr schnell von Enttäuschung abgelöst. Auch Bruce Willis' großer Name kann hier nichts retten, denn bei Hostage - Entführt hakt es nicht nur an der Story, sondern auch an der Umsetzung. Und somit ist dieser Streifen ein schwacher Thriller ohne echte Höhepunkte.
Bruce Willis sah diesen Film wohl als Trockenübung für Die Hard 4, denn nach langer Zeit schlüpft er mal wieder in die Rolle des Cops, der alle Probleme im Alleingang löst. Dabei ist er hier in der weniger brachialen Ausgabe zu sehen. Ohnehin nicht bekannt für große Gefühlsregungen, schafft er es allerdings nicht dieser Figur das nötige Leben einzuhauchen. Das alles nur an Willis selbst festzumachen wäre aber unfair, denn den größten Teil trägt die oberflächliche und schablonenhafte Charakterzeichnung, die bei allen Hauptfiguren vorzufinden ist, bei.
Die Macher des Films hätten Hostage - Entführt gerne als Psycho-Action-Thriller verkaufen wollen und die Story würde es, zumindest beim ersten Betrachten, auch zulassen. Hier sind sie aber an der Umsetzung gescheitert. Mitreißend ist der Streifen jedenfalls nicht, denn die Distanz zwischen Geschehen und Zuschauer ist viel zu groß. Die Psyche der Hauptcharaktere wird nur angekratzt und ihre Gefühle bleiben weitestgehend verborgen. Alles wurde zu kühl und zu abgehakt inszeniert.
Das Beste an diesem Film ist, ohne jede Ironie, der Vorspann, denn der Rest kann zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Es fehlt an Spannung, es fehlt an Action und es fehlt an einer gut durchdachten Story. Was sich auf dem Papier noch sehr interessant anhört, geriet in der Umsetzung zum wirren Plot. Passiert zu gut 2/3 des Streifens nichts Aufregendes, so gipfelt er in einer sinnlosen Gewaltorgie. Kleine Logiklücken lassen sich bei Actionthrillern schnell verzeihen, aber Hostage - Entführt trägt doch zu dick auf. Mit etwas mehr Feingefühl hätte man aus diesem Thriller mehr machen können. Zum Schluss muss man dem Film aber noch zu Gute kommen lassen, dass er nicht schlecht gefilmt und damit zumindest visuell ganz nett anzusehen ist. Das allein macht ihn aber auf keinen Fall sehenswert. |