|
Auch bei diesem Film von Dr. Uwe Boll handelt es sich um eine Computerspiel-Adaption und wieder muss man feststellen, dass es alles Andere als ein guter Film ist. Dieses Mal geht es zwar nicht um Zombies oder Vampire, sondern einfach um Monster aus der Dunkelheit, doch bleibt der Rest mit hirnlosen Dialogen und einer völlig wirren und uninteressanten Handlung beim Alten. Somit geht Alone in the Dark wohl als eine weitere Peinlichkeit des Herrn Boll in die Filmgeschichte ein.
Mit Alone in the Dark erzählt uns Dr. Uwe Boll eine Geschichte über eine verschollene Kultur. Diese verschwand, nachdem ein gewisses "Tor zur Finsternis" geöffnet wurde. Vor 22 Jahren wurde das "Projekt 713" ins Leben gerufen, um Artefakte dieser Kultur zu Untersuchen. Einer der Professoren machte im Rahmen dieser Untersuchungen verbotene Experimente mit Waisenkindern und versuchte dabei eine Kombination zwischen Mensch und Monster zu erschaffen. Heute steht die Welt kurz davor in die Finsternis gestossen zu werden, da der Schlüssel für das Tor gefunden wurde und die Mächte der Dunkelheit die Resultate der durchgeführten Experimente zu sich rufen um sich eine erneute Herrschaft zu ermöglichen. Für uns Zuschauer gibt es dabei viele Schiessereien, sinnentleerte Dialoge, verschiedene Monster die plötzlich auftauchen um schnell wieder zu verschwinden und auch ansonsten eher eine übertriebene und oft sehr blutige Bilderflut als auch nur ein kleines Bisschen Logik. Stephen Dorff sagt im Film "Das kann doch nicht sein. Das macht doch alles keinen Sinn!", womit er den Nagel genau auf den Kopf trifft...
Kann man den Darstellern in diesem Werk einen Vorwurf machen? Ja, und zwar dass Sie mitgemacht haben! Man kann sich nicht vorstellen, dass irgendjemand zuvor das Drehbuch gelesen hat, denn sonst wäre jeder normal denkende Mensch von diesem Projekt abgesprungen. Ich hoffe die beteiligten Schauspieler haben nach diesem Debakel ein ernstes Wort mit ihren Agenten geredet. Auch wenn Christian Slater, Stephen Dorff und Tara Reid versuchen das Beste aus Ihren Rollen herauszuholen, aufgrund der mehr als dünn geschriebenen Charaktere gab es hier nichts mehr zu retten.
Trotz durchaus gelungener Effekte und einem auf Hochglanz polierten Look, hat Uwe Boll ein sehr grosses Problem: er beweist mit diesem Film, dass er keine Geschichten erzählen kann. Bei House of the Dead fiel das noch nicht so sehr auf, da die Handlung mehr als simpel war. Damals legte man aber allerdings auch keinen besonderen Wert darauf und beschränkte sich bewusst auf Zombie-Action. In Alone in the Dark will man jedoch eine interessante Story bieten, was leider überhaupt nicht klappt. Deswegen begnügt man sich sehr bald damit, dass man ein paar coole und zum Teil sogar schöne Bilder ansehen darf, denn alles Andere würde einem nur Kopfschmerzen bereiten. Hinzu kommt, dass Dr. Boll den ganzen Film hindurch keine Linie in Sachen Stil zeigt (so wird eine Schiesserei zum Beispiel mit lauter Rockmusik untermalt und die Nächste hat gar keine Untermahlung - und in beiden Fällen passt die Geräuschkulisse nicht zur jeweiligen Szene) und sich dem Zuschauer somit eher das Bild eines konstruierten Mosaiks erschliesst, als dass man auch nur einen Hauch von klaren Relationen zwischen den einzelnen Szenen erkennen kann. Alles wirkt irgendwie ausprobiert und nie auch nur eine Sekunde spannend; was aber wiederum logisch ist, da man ja keine Ahnung hat worum es überhaupt geht... ein Teufelskreis! Und über den Schluss spricht man am Besten gar nicht.
Alone in the Dark ist ein weiteres Bollistisches Werk, welches sich leider viel zu ernst nimmt und den Betrachter mit vielen Fragen und wirren Erinnerungen an einzelne Handlungsfetzen zurück lässt. Vielleicht kann man aus dem Film ein Partyspiel mit dem Titel "Was soll das?!?" machen, denn als einen unterhaltsamen Horror-Action-Thriller kann man diese bewegten Bilder niemandem anpreisen. Und wer sich das Ganze dennoch antut, wird am Ende wohl alleine und vor allem im Dunkeln zurück bleiben. |