Innerhalb von wenigen Wochen kommt nun der zweite von Sam Raimi produzierte Horrorfilm in die Kinos. Doch genauso wie Der Fluch - The Grudge kann auch Boogeyman nicht voll überzeugen. Dabei ist dieser Film bis kurz vor Schluss auf einem guten Weg, doch was dann gezeigt wird, ist seltsamer Schwachsinn ohne jede Logik. Dieses Ende lässt einfach keine gute Bewertung zu.
Tim Jensen hat Angst vor Wandschränken, und das zu Recht. Als er noch klein war wurde sein Vater vom Boogeyman geholt und verschwand im Schrank. Auch Jahre später verfolgt Tim die Furcht vor dem "Schwarzen Mann". Als seine Mutter verstirbt beschließt er sich seiner Angst zu stellen und eine Nacht in dem alten Haus seiner Eltern zu verbringen. Ein Fehler, wie er bald feststellen muss.
Die Story ist sehr, sehr dünn und hängt im luftleeren Raum, woran man sich anfangs nicht stört. Ab einem gewissen Punkt wartet man dann aber vergeblich auf eine Erklärung für das Geschehen. Der Film liefert keinerlei Hintergründe über die Figur des Boogeymans und am Ende bleibt der Zuschauer ratlos in seinem Sitz zurück. Wer ist die böse Gestalt, woher kommt sie und was will sie. Das sind nur einige Fragen die leider unbeantwortet bleiben. "Der schwarze Mann", der nachts aus dem Schrank kommt oder unter dem Bett hervor kriecht, hätte eigentlich enormes Potential als Horrorfigur, doch was das Drehbuch von Boogeyman aus dieser mysteriösen Figur macht ist konzeptlos und mehr als schwach.
Aus den Fängen der "himmlischen Familie" in die Fänge des Boogeymans (da fragt man sich was schlimmer ist). Seriendarsteller Barry Watson mimt den verängstigten Tim Jensen, und das gar nicht schlecht. Ihm kann man bei diesem Film wirklich nichts vorhalten, denn mit anderen Schauspielern aus aktuellen Horrorstreifen kann seine Darbietung locker mithalten. Auch die anderen Darsteller bieten zwar keine herausragende, aber doch eine, für dieses Genre, recht stabile Leistung und für die stumpfsinnige Geschichte können sie ja nichts.
Dieser Film liefert ein gutes Beispiel dafür, wie man mit einem sehr schlechten Ende einem ansonsten zumindest durchschnittlichen Streifen den Todesstoß versetzen kann. Bis zum entarteten Finale liefert Boogeyman soliden Horror mit ein paar netten Schockern. Bis dahin arbeitet Regisseur Stephen Kay nämlich mit klassischen Stilmitteln wie Musik, Geräuschen und düsteren Orten. Dass die Story quasi nur eine leere Hülle ist, merkt man auch erst ziemlich spät, dann stört es aber umso mehr. Daher ist dieser Film auch nicht zu empfehlen, auch wenn er streckenweise einigermaßen unterhaltsam ist. Hätte man das Ende geändert und die Geschichte wenigstens etwas ausgearbeitet, könnte man Boogyeman zumindest im Mittelfeld der Horrorfilme ansiedeln.