|
In seinem Spielfilmdebüt erzählt Filmemacher Florian Gallenberger (Oscar für den Kurzfilm Quiero ser) die Geschichte einer unglücklichen Liebe, die sich in Indien zuträgt. Das Drama überzeugt durch die berührende aber nicht kitschige Handlung sowie die wunderbare Inszenierung.
Nach dem Oscar für seinen Kurzfilm Quiero ser im Jahre 2001 stellte Regisseur und Drehbuchautor Florian Gallenberger unter Mithilfe von Helmut Dietl seinen ersten abendfüllenden Film auf die Beine. Wie schon bei seinem Kurzfilm, der in Mexiko spielte, zieht es den viel versprechenden Filmemacher in die Ferne. Diesmal verschlägt es ihn nach Indien, wo er seine melancholische und wunderbar inszenierte Lovestory ansiedelt.
Im Zentrum des Films steht die Liebe zwischen Ravi und Masha, die in einer Teppichfabrik bei Kalkutta beginnt. Dort lernen sich die beiden Kinder kennen verbringen viel Zeit miteinander. Als Masha an einen Mädchenhändler verkauft werden soll, bringt Ravi all seine Ersparnisse auf und kauft Masha frei. Da Ravi in der Fabrik bleiben muss, verabreden sich die Beiden bei jedem Vollmond am größten Shiva-Tempel der Stadt. Während sich Ravi in Fabrik hocharbeitet und zielstrebig für seinen eigenen Freikauf schuftet, versucht sich Masha in Kalkutta durchzuschlagen und landet schließlich in der Prostitution. Als Ravi endlich in Freiheit ist, kommt er bei einem alten Teppichhändler unter und sucht Vollmond für Vollmond den Shiva-Tempel auf, wo sich er und Masha jedoch ein ums andere mal verfehlen.
Florian Gallenberger lässt seinen Film in der Gegenwart beginnen und enden. Der Hauptteil der Handlung wird in einer Rückblende erzählt und spielt kurz vor der Entlassung des britischen Kolonialreichs in die Unabhängigkeit. Obwohl die tragische Geschichte viel mit Zufällen und Schicksal zu tun hat, wirkt sie in keinem Moment konstruiert und kitschig, sondern berührend und ergreifend. Der exotische Schauplatz Indiens wurde hervorragend in die Geschichte integriert und von Kameramann Jürgen Jürges wunderbar fotografiert. Mit Schatten der Zeit ist Florian Gallenberger alles in allem ein hervorragendes Debüt gelungen, das hoffentlich viele Zuschauer ins Kino locken wird. |