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Man hätte sich schon entscheiden müssen, ob man aus Unleashed - Entfesselt ein Drama oder einen Matrial-Arts-Film macht. Luc Besson tat dies beim Schreiben des Skripts nicht und so ist der Film eine Mixtur aus Beidem, was aber leider nicht funktioniert. Kampfsport-Fans werden sich beim ruhigen Teil des Films langweilen und sensiblere Zeitgenossen werden von den doch ziemlich brutalen Prügeleien abgeschreckt sein. Und so hat dieser Film für niemanden viel zu bieten.
Gehalten wie ein Tier lebt Danny bei dem Gangsterboss Bart. Für ihn muss sich der Asiate prügeln um Geld einzutreiben. Als Danny den blinden Musiker Sam trifft und sein "Herr" von einer anderen Gangsterbande angegriffen wird, ändert sich sein Leben von Grund auf. Nun muss er versuchen auf eigenen Beinen zu stehen, um mit dem wirklichen Leben zu recht zu kommen. Doch das ist schwer, denn seine Vergangenheit holt ihn schnell wieder ein.
Das hat sich Luc Besson, der das Buch zu Unleashed - Entfesselt geschrieben hat, schön ausgedacht. Ein Drama mit einem Actionfilm zu verknüpfen, dass haben bisher wenige gewagt. Warum das so ist kann man an diesem Film deutlich sehen: Diese beiden Genres passen eigentlich nicht zusammen. Denn wenn Jet Li in einer Szene eingeschüchtert lernt wie man Eis isst und in einer anderen wild um sich schlägt, sind diese zwar jede für sich recht ansehnlich, sollten aber doch in verschiedenen Filmen vorkommen.
Dass Jet Li zur Abwechslung auch mal schauspielern und nicht nur den Stuntman geben wollte, kann man verstehen. Er schafft es immerhin in einigen Szenen die Sympathien des Publikums auf seine Seite zu ziehen, obwohl seine Stärken auch in diesem Film eindeutig beim Kämpfen zu finden sind. Was aber hat Morgan Freeman in diesem Film verloren? Sicherlich spielt er seine Rolle ordentlich, aber sie stellt auch keine Herausforderung für ihn dar. Zu wenig ließ Besson den Figuren Raum sich richtig zu entfalten und so bleibt es bei sehr oberflächlichen Charakteren.
Diesem Film fehlt es an Struktur und einem guten Konzept. Zu unbedacht wird von ruhigen Szenen zu stellenweise sehr brutaler Kampfsport-Action gesprungen. Hätte man sich mehr Zeit genommen und auf mehr Geradlinigkeit geachtet, würde die Story mehr hergeben. So aber wird Dannys Leben innerhalb von 90 Minuten auf den Kopf gestellt. Auch die Optik des Films wird nicht jedem gefallen. Man kann sie typisch französisch nennen. Immerhin gibt es aber im Mittelteil des Films dank Jet Lis zwar keineswegs überragender, aber doch sympathischer Darbietung etwas zum Schmunzeln und auch einige der Fights sind gelungen. Dennoch bleibt Unleashed - Entfesselt ein Film, den man sich zwar ansehen kann, den man aber auch sehr schnell wieder vergessen wird. |