Von Sand im Getriebe kann bei diesem Wüstenabenteuer in Indiana Jones-Manier keine Rede sein, denn der Film bietet zwei Stunden tolle und locker flockige Unterhaltung. Er überzeugt durch einen charismatischen Hauptdarsteller, charmanten Humor und jede Menge explosive Action zu Wasser und zu Land.
Die Romanreihe über den passionierten Unterwasserforscher Dirk Pitt von Bestseller Autor Clive Cussler hat endlich den Weg in die Kinos gefunden - der kleine cineastische Ausflug von Raise the Titanic im Jahre 1980 wird hierbei wohlwollend unterschlagen. Den Auftakt der geplanten Franchise bildet Cusslers elfter Roman aus dem Jahre 1992, im dem es den Abenteurer auf der Suche nach einem gesunkenen Bürgerkriegsschiff in die Sahara verschlägt. Die Hauptrolle übernahm der bekennende Cussler-Fan Matthew McConaughey, der das Projekt auch als Produzent begleitete und vorantrieb. Für die weibliche Nebenrolle wurde die spanische Schönheit Penelope Cruz verpflichtet. In die Rolle des treuen und witzigen Sidekicks schlüpfte Steve Zahn.
Während der Schatzsuche vor der Küste Afrikas stößt der Unterwasserforscher Dirk Pitt (Matthew McConaughey) auf eine antike Münze, die mit der Legende des amerikanischen Bürgerkriegsschiffes Texas verknüpft ist, das 1865 mit einem großen Goldschatz an Bord in Afrika verschwand. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Al Giordino (Steve Zahn) begibt er sich deshalb nach Mali, um dort Nachforschungen anzustellen. Begleitet werden die beiden von der WHO Ärztin Eva Rojas (Penelope Cruz), die in Mali einer mysteriösen Seuche auf den Grund gehen will. Dem dort herrschenden General Kazim (Lennie James) und seinem Geschäftspartner Yves Massarde (Lambert Wilson) sind die ausländischen Abenteurer jedoch ein Dorn im Auge und so hat das Trio mit erheblichen Widerständen zu kämpfen.
Wer schon einmal ein Dirk Pitt Abenteuer von Clive Cussler in Händen hielt, der wird wissen, dass die actiongeladenen Romane immer große und weltumspannende Verschwörungstheorien enthalten, die meist vollkommen überzogen sind. Entsprechend unrealistisch und logisch zweifelhaft ist auch die Geschichte von Sahara. Da sich die Macher aber von Anfang an dieser Problematik bewusst waren, wird die Geschichte mit einem stetem Augenzwinkern und mit viel Spaß an der Freude erzählt, so dass der Funke problemlos auf das Publikum überspringt und es an dem Abenteuer teilhaben lässt. Wem bereits bei Indiana Jones das Herz auf ging, der wird sich auch hier blendend unterhalten fühlen.
Da Hauptdarsteller Matthew McConaughey seit je her als coole Sau gilt, war es kaum verwunderlich, dass er in die Rolle des Dirk Pitt passt, wie die Faust aufs Auge. Er ist quasi der Inbegriff des attraktiven und durchtrainierten Abenteurers, der stets Herr der Lage ist und auch im Anzug eine gute Figur macht. Sein Sidekick Steven Zahn, an dem sich meist die Geister scheiden, blieb diesmal extrem zurückhaltend und überblödelte seine Rolle zum Glück nicht. Auch Penelope Cruz machte ihre Sache sehr gut und brachte ihre Rolle der idealistischen Ärztin glaubhaft auf die Leinwand. Auch die restliche Besetzung war bestens aufgelegt, wobei hier vor allem Pitts besorgter Vorgesetzter Sandecker (William H. Macy) und Bösewicht Yves Massarde (Lambert Wilson aus der Matrix) hervorstachen.
Sahara hat eigentlich alles, was ein gutes Wüstenabenteuer braucht: Einen charismatischen Helden, fiese Bösewichte, ein gute (wenn auch unrealistische) Story, viel Charme und Witz sowie jede Menge Action. Wer sich von einer löchrigen Story nicht abschrecken lässt und einfach zwei amüsante Stunden im Kino verleben will, der ist hier genau richtig.