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Ein solides Sportlerportrait, dem aber eine Portion mehr Dramatik und mehr geschichtlicher Hintergrund gut getan hätte. Russel Crowe zeigt sich zwar als starker Kämpfer, dafür ist aber die Story etwas schwach auf den Rippen und hängt streckenweise in den Seilen. Leider können die gelungenen Boxszenen auch nicht wirklich über die langen Durchhänger des Films hinwegtrösten.
Amerika zur Zeit der großen Depression. Die Wirtschaft liegt am Boden und den Menschen geht es schlecht. Auch den aufstrebenden Boxer Jim Braddock erwischt es. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern kämpft er ums Überleben. Als Tagelöhner versucht er genug Geld zu verdienen um Wasser- und Stromrechnungen bezahlen zu können. Doch irgendwann reicht auch das nicht mehr. Da bekommt er plötzlich die Chance auf ein Comeback im Ring.
Eine Story, wie sie den Amerikanern eigentlich gefallen müsste. Ein armer Mann, der sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wieder nach ganz oben kämpft, das ist normalerweise Balsam für die Patrioten-Seele. Dennoch musste eine amerikanische Kinokette erst eine Bei-Nichtgefallen-Geld-Zurück-Aktion starten, um die Leute anzulocken.
Leider ist die Geschichte für Zuschauer, die sich mit der amerikanischen Geschichte nicht gut auskennen, etwas schwer nachzuvollziehen. Auf die Hintergründe der Wirtschaftskrise wird nicht eingegangen, obwohl der Film auch einen Einblick in das Leben zu dieser Zeit geben will. Der Schritt von Braddock als aufstrebender Boxer zu Braddock als armer Mann ist doch etwas zu groß geraten. Hier hätte eine kurze Erklärung, wie es zu der Krise kam, nicht geschadet. Auch der Rest der Story ist nicht gerade großartig. Es ist alles etwas zu moralisch aber zu undramatisch inszeniert.
Bei den Schauspielern ging Regisseur Ron Howard auf Nummer sicher. Mit Russell Crowe hatte er bereits bei A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn erfolgreich zusammengearbeitet. Dieser spielt den Boxer auch glaubwürdig und sehr sympathisch. Reenee Zellweger bleibt an seiner Seite eher blass. Sie hat auch keine wirklich tragende Rolle und somit kaum Raum sich zu entfalten. In zwei, drei Szenen darf sie ein weinerliches Gesicht aufsetzen, das war es dann auch schon mit ihrer Schauspielkunst.
Mich konnte Das Comeback nicht wirklich überzeugen. Er ist mit knapp zweieinhalb Stunden einfach zu lang. Es passiert zu wenig, um das Interesse des Zuschauers zu erhalten. Einzige Höhepunkte sind die Boxkämpfe, die wirklich fesselnd inszeniert wurden. Der große Schlusskampf artet dann aber fast in einen Rocky-Verschnitt aus. Hier bekam man gerade noch die Kurve, um nicht ins Peinliche abzurutschen. Einen Vergleich zu Michael Manns Ali sollte man hier besser nicht anstellen, denn diesem würde Das Comeback nicht standhalten. Ansonsten ist der Film zwar kein Highlight, aber eine einigermaßen erträgliche Boxer-Biografie. Ich hätte vielleicht den halben Eintrittspreis zurückverlangt. |