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Der mit Kritikerlob ausgestattete Erstling von Paul Haggis kann die Erwartungen erfüllen. Er schuf einen Episodenfilm, dem es gelang, die einzelnen Geschichten auf großartige Weise zu inszenieren, so dass der Zuschauer über die komplette Laufzeit mit den gut geschriebenen Charakteren mitfühlen kann.
Mit seinem überaus gelungenem Drehbuch zu Million Dollar Baby hat Paul Haggis schon ein anrührendes und überzeugendes Drama geschrieben. Grund genug, ihm die Möglichkeit für sein Regiedebüt L.A. Crash zu geben, für das er zudem noch eine starbesetzte Darstellerriege zur Verfügung hatte.
Innerhalb von 36 Stunden wird das Schicksal vieler Personen in L.A. zusammengeführt. So muss ein koreanisches Ehepaar mit den Folgen eines Autounfalls kämpfen, sich ein junger Cop mit seinem rassistisch veranlagtem Partner auseinandersetzen und ein Polizist sich die Frage stellen, ob er seinen Bruder beschützt oder er lieber nach dem Gesetz handeln soll.
Episodenfilme haben im Normalfall ein großes Problem: Es sind immer einige Geschichten, die den Film nach unten ziehen, da sie einen einfach nicht ansprechen oder nicht zum Rest des Filmes passen. Paul Haggis jedoch gelang es, das Schicksal aller Charaktere so interessant zu gestalten, dass man an jeder Episode seinen Gefallen finden kann und sicherlich auch wird.
Was L.A. Crash jedoch so besonders macht, ist die Tatsache, dass er großen Wert auf die Charakterentwicklung legte. Es gibt kaum einen, der innerhalb des Filmes nicht eine Erkenntnis gewinnt oder einsieht, dass etwas nicht in Ordnung ist. Diese Charakterzeichnung wirkt zudem nie aufgesetzt und hat viel Realitätsnähe zu bieten.
Auch bei der Inszenierung kann man den Regieneuling nur loben! Seine ruhige Erzählweise fesselt schon zu Beginn, was auch seinen packenden, nicht aufdringlichen Kameraeinstellungen zuzuschreiben ist. Ebenso gefällt der wunderschöne, einfühlsame Score, der nie übertrieben ist, sondern immer dezent zum jeweiligen Gefühlsleben der Charaktere passt.
Aufgrund des breiten Casts hatte leider keiner die Möglichkeit, in seinen wenigen Szenen groß aufzuspielen. Zwar waren die darstellerischen Leistungen durchweg auf gehobenem Niveau, jedoch fehlte das gewisse Etwas, das die Charaktere dem Zuschauer noch intensiver näher gebracht hätte.
Jedoch ist dies der einzige Kritikpunkt eines ansonsten unglaublich gelungenen Regiedebüts, welches den Zuschauer über die Laufzeit von knapp zwei Stunden fesselt, ihn mit den Figuren leiden lässt und vor allen Dingen eine realistische Charakterzeichnung des Rassenhasses darlegen kann. |