Dreiundvierzig Jahre nach dem Erscheinen des Originals wagt sich Regisseur Shawn Levy an das Remake eines Klassikers der Filmgeschichte. Und genau hierin liegt das Problem. Wie gestaltet man einen Film so, dass er den Alten nicht exakt imitiert aber ihn auch nicht seiner Seele beraubt? Levy fand den passenden Mittelweg leider nicht und besetzte die Rolle des Inspektor Clouseau mit Steve Martin auch noch falsch, denn dieser degradiert den Polizisten zu einem Clown.
Regisseur Shawn Levy, der uns schon mit Werken wie Im Dutzend billiger oder Voll Verheiratet quälte, wollte den Film zeitgerecht zu gestalten. An sich ja kein verwerflicher Gedanke, denn der Humor des alten Films kann einfach nicht mehr als aktuell bezeichnet werden. Doch hätte er schon darauf achten müssen etwas vom Geist des Regisseurs Blake Edwards und des Schauspielers Peter Sellers aufrecht zu erhalten, die Anfang der 70'er mit Der Rosarote Panther grandiose Erfolge feierten und noch vier Fortsetzungen folgen ließen.
Schon in den ersten Minuten lässt sich erahnen, in welche Richtung das Remake von Der Rosarote Panther gehen wird. Es ist laut, modern und überdreht. Dann jedoch kommt der Vorspann mit dem obligatorischen Zeichentrick-Panther und Henry Mancinis legendären Musikthema, und die Hoffnung, etwas vom Charme der alten Filme könnte doch übrig geblieben sein, wächst wieder. Doch das entpuppt sich nur als ein kurzes Strohfeuer. Wie es begonnen hat, so geht es auch weiter. Inspektor Clouseau fährt einen Smart und nimmt Viagra, was so gar nicht zu seiner Person passen mag, und plötzlich wird auch Mancinis Meisterwerk durch "moderne" Popbeats verunstaltet.
Steve Martin, der seine besten Jahre schon seit längeren hinter sich hat, versucht nicht Peter Sellers zu imitieren, sondern seinen eigenen Weg zu gehen. Leider läuft er dabei in die falsche Richtung. Während Sellers Clouseau durch seine unbedachte Tollpatschigkeit begeisterte zeigt uns Martin einen tölpeligen Polizisten, bei dem es so wirkt als produziere er jedes Missgeschick mit voller Absicht. Ein Beispiel dafür lässt sich gleich zu Beginn des Films finden: Clouseau will seinen Kleinwagen in eine riesige Parklücke manövrieren. Dabei fährt er mehrmals dermaßen blöd vorwärts und rückwärts gegen andere geparkte Autos, das man nicht mehr von einem Malheur sprechen kann. Martin kann hier in keinen Belangen mit dem komödiantischen Talent von Peter Sellers mithalten und nervt auf Grund seiner übertriebenen Darstellung bereits nach wenigen Minuten.
Über die restliche Besetzung kann man nicht meckern. Sie kommt ohnehin kaum zum Einsatz. Jean Reno zeigt als Clouseaus Gehilfe seinen trockenen Humor, Kevin Kline, der als Chefinspektor Dreyfus viel zu kurz kommt, macht das Beste aus seiner Rolle und Beyonce Knowles strahlt Schönheit, Sympathie und Souveränität aus.
Wohl dem, der nie mit den alten Filmen in Berührung gekommen ist. Er kann sich Der Rosarote Panther einfach als normale Komödie ansehen und über die paar wenigen gelungenen Gags, die man dem Film dann doch nicht absprechen kann, lachen. Alle anderen werden aber ständig Vergleiche zu Blake Edwards alten Panther-Filmen ziehen, denen Shawn Levys Remake nicht einmal annährend standhalten kann. Es ist wirklich schade, dass ein Filmklassiker so einfach verheizt wird und man kann nur darauf hoffen, dass niemand, zumindest nicht Levy und Martin, auf die Idee kommt auch noch einen weiteren Teil der Reihe neu zu verfilmen.