Rob Zombie überrascht mit seiner Fortsetzung das Publikum, da es ihm gelang aus seinem belanglosen Vorgänger einen interessanten Horrorfilm mit guten Charakteren zu schaffen, der sogar eine ordentliche Portion Tiefgang besitzt. Jedoch verspielt er seinen Film mit erneut viel zu vielen unnötigen und kranken Folterszenen.
Zwei Jahre nach seinem kranken Massaker Haus der 1000 Leichen ist Rob Zombie wieder zurück, um seine Fortsetzung der Megagurke von 2003 auf die Leinwand zu bannen. Da alle aus dem Vorgänger wieder mit an Bord waren konnte das sinnlose und humorfreie Abschlachten weitergehen.
Die Killerfamily, deren Mitglieder komplett aus Charakteren der Marx Brothers bestehen, ist wieder zurück! Jedoch ist die Polizei den so genannten Devil's Rejects auf der Fährte und es gelingt ihnen sogar bei einer Razzia Mutter Firefly festzunehmen, sowie Rufus Firefly auszuschalten. Der Rest ist nun auf der Flucht vor dem skrupellosen Sheriff Wydell, dem jedes Mittel recht ist um die kranke Familie auszuschalten.
Das Blatt hat sich gewendet! Während im ersten Teil noch Captain Spaulding und Co. Unschuldige abschlachten durften, sind sie nun die Gejagten. Gerade diese Storyidee macht den Film schon um Längen besser, als seinen Vorgänger. Rob Zombie gelang nämlich ein überraschend gutes Drehbuch mit überzeugenden Charakterentwicklungen und einem sehr interessanten Grundszenario.
Jedoch gelingt es ihm nicht immer das Potential auszuschöpfen, so verliert er sich leider immer wieder in belanglosen Folterszenen, die einen sehr an den grauenvollen ersten Teil erinnern. Diesen Szenen ist es dann auch zu verdanken, dass Rob Zombies zweites Werk von Minute zu Minute langweiliger wird und erst in der letzten halben Stunde sich wieder ein wenig fangen kann, in dem er sich wieder auf seine gut geschriebenen Charaktere verlässt.
Eines muss man Rob Zombie aber lassen: Er hat sich nicht nur bei dem Grundszenario weiterentwickelt, sondern auch bei der Inszenierung seines Filmes. Er zaubert Bilder auf die Leinwand, die mach anerkannte Regisseure nicht besser hinbekommen hätten. Diese verstärken vor allem beim sehr überzeugenden Finale einmal mehr sein gelungenes Drehbuch.
Die Darsteller gefielen hier auch deutlich besser, vor allem Sid Haig und, neu im Cast, William Forsythe als knallharter Sheriff wissen zu überzeugen. Das restliche Ensemble spielt sich zwar nicht die Seele aus dem Leib, aber wirkt immerhin ein ganzes Stück besser als noch in Haus der 1000 Leichen.
Würde sich Rob Zombie nicht immer wieder in seine belanglosen, kranken Folterszenen verlieren, so wäre aus TDR - The Devil's Rejects ein wirklich gelungener Horrorfilm mit Tiefgang geworden. So jedoch verspielt er leider sein Potential, empfiehlt sich aber dennoch für weitere Filme, denn ein großes Regietalent ist Rob Zombie allemal.