Trotz einiger guter Ansätze schafft es das Regiedebüt von Stefan Betz nie wirklich über das Durchschnittsniveau heraus, da es ihm nicht gelang den teilweise gut getimten Humor mit einer guten Geschichte und interessanten Charakteren zu verbinden. Denn Beides läßt dieser Film leider gänzlich vermissen.
Für seinen ersten Kinofilm ließ sich Regisseur Stefan Betz deutlich von Detlev Buck inspirieren. Dabei gelang es ihm einige bekannte Gesichter wie Oliver Korittke (Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding), Götz Otto (Der Morgen stirbt nie) oder Jürgen Tonkel (Der Untergang) für Nebenrollen zu verpflichten.
Die 16jährigen Niederbayern Wong, Schilcher und Hunter sind typische Looser. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Wong und Schilcher noch nie mit einer Frau geschlafen haben. Um nun endlich in den Genuss der Liebe zu kommen, machen sich die drei Freunde auf in ein tschechisches Bordell. Doch wartet dort nicht nur die verlorene Unschuld, sondern auch jede Menge Ärger auf sie.
Die Geschichte hört sich doch sehr nach einem typischen Teeniefilm der letzten Jahre an. Jedoch muss man Drehbuchautor Stefan Betz zu Gute halten, dass er sich sehr bemüht, nicht nur eine platte Komödie zu schreiben, sondern, dass er auch Wert auf das Erwachsenwerden der drei Jungs legt. Dennoch muss man leider sagen, dass er wohl nicht der beste Schreiber ist, denn viele Dialoge sind zu unrealistisch geraten, ebenso wie einige Charakterwendungen. Immerhin kann der Humor auf weite Strecken überzeugen, was jedoch mehr dem Akzent des Hauptdarstellers zuzuschreiben ist.
Auch in Sachen Inszenierung ist Grenzverkehr nicht das gelbe vom Ei. Die Optik bleibt größtenteils sehr unoriginell, zudem wirkte die im Grunde gute Musikuntermalung, durch die ständige Wiederholung der gleichen Songs auf Dauer eher nervend als überzeugend.
Die drei Jungdarsteller Andreas Buntscheck, Joseph M'Barek und Ferdinand Schmidt-Modrow lieferten größtenteils ordentliche Leistungen ab und werden leider oft durch die gut besetzten Nebenrollen in den Hintergrund gedrängt, so dass sich ihnen nur wenig Möglichkeiten zur Entfaltung boten.
Insgesamt gesehen schuf Stefan Betz mit seinem Kinodebüt einen Film, der durchaus unterhalten kann, jedoch in Sachen Inszenierung deutlich interessanter hätte ausfallen können. Des Weiteren ist es vor allen den schwachen Charakteren zu verdanken, dass sich Grenzverkehr nicht von anderen Filmen des Genres abheben kann.