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Broken Flowers

(Broken Flowers, 2005)

Durchschnittliche Redaktionswertung

84%



Inhalt

Nachdem Don von seiner letzten Freundin Sherry verlassen wurde, findet er sich damit ab, allein durchs Leben zu gehen. Sein Plan wird jedoch durch einen mysteriösen Brief zerstört, in dem eine ehemalige Geliebte behauptet, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, der gerade auf der Suche nach ihm ist. Zusammen mit seinem guten Freund und Nachbarn Winston will Don der Sache auf den Grund gehen und beschließt, vier ehemaligen Freundinnen einen spontanen Besuch abzustatten.

Kritik

von Jens Grimm

Wertung Kritik

95%

Broken Flowers gehört zu den besten Filmen des Jahres 2005. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Jim Jarmusch, der zum Beispiel durch seinen Episodenfilm Night on Earth bekannt ist, gelingt eine wunderbare Tragikomödie, die nicht nur durch eine tiefgründige und exzellent gestaltete Geschichte glänzt, sondern auch durch die fulminante Schauspielerleistung von Bill Murray.

Bild aus Broken Flowers Zahlreiche Briefe sind auf dem Weg zu ihrem Empfänger. Darunter befindet sich auch ein auffallender rosafarbener, der ein wenig Schwung in das Leben von Don Johnston (Bill Murray) bringt. Broken Flowers heißt der dazugehörige Film, der im Jahre 2005 von dem Kultregisseur Jim Jarmusch inszeniert wurde. Jarmusch, der selbst ein großer Fan von Bill Murray ist, schrieb das Drehbuch nach eigenen Angaben in nur zweieinhalb Wochen und übernahm auch die Rolle des ausführenden Produzenten. Die Tragikomödie lockte in Deutschland über eine halbe Millionen Zuschauer in die Kinos und wurde auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für die renommierte Goldene Palme nominiert, gewinnen konnte sie dann aber "nur" den Großen Preis der Jury.

Als Don gerade von seiner Freundin Sherry (Julie Delpy) verlassen wird, findet er den besagten rosafarbenen Umschlag. In diesem steht geschrieben, dass Don der Vater eines 19 Jahre alten Jungen sein soll, der sich auf die Suche nach seinem Vater gemacht hat. Doch der alte Computerexperte Don nimmt den Brief nicht ernst und schenkt ihm keinen Glauben[...]

Jarmusch schrieb die Rolle des Don Johnston exklusiv für Hauptdarsteller Bill Murray, der durch sein brillantes Zusammenspiel von Mimik und Gestik in jeglicher Hinsicht überzeugen kann. Don ist ein Phlegmatiker, wie er im Buche steht: Ihn kümmert es wenig, wenn er von seinen Freundinnen verlassen wird, bleibt stets ruhig und gelassen und sitzt ganz entspannt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, stundenlang auf seinem Sofa. Don ist ein Mensch, der durchaus belächelt werden kann und der trotzdem ein eigentlich tragisches, im Prinzip einsames Leben geführt hat. Den Gegenpart zu Murrays Rolle spielt Golden Globe Preisträger Jeffrey Wright, der den Hobbydetektiv Winston spielt.

[...]Sein Nachbar Winston hält den Brief im Gegensatz zu Don für sehr wichtig und fordert ihn auf, eine Liste der potentiellen Mütter zu erstellen. Winston gelingt es, Don davon zu überzeugen, sich auf den Weg zu seinen ehemaligen Freundinnen zu machen und ihnen jeweils einen rosafarbenen Blumenstrauß als nette Geste mitzubringen. Die kleine, aber prägende Odyssee des Don Johnston beginnt...

Der Film hat das Prädikat "Hervorragend" nicht nur aufgrund der starken Darstellerleistungen verdient, sondern auch durch die wunderbar gestaltete Reise von Don. Auf seinem Wege trifft er vier gänzlich unterschiedliche Charaktere, die von Regisseur Jarmusch absichtlich äußerst klischeebehaftet dargestellt wurden und als Ironie auf die Stereotypen der amerikanischen Gesellschaft gesehen werden können. Zunächst trifft er auf Laura (Sharon Stone), die Mutter einer ausgeflippten Tochter. Laura verbringt die Nacht mit Don und bittet ihn wiederzukommen. Dora (Frances Conroy), eine Immobilienmaklerin, ist ihm zwar auch noch nett gesinnt, gibt sich Don gegenüber aber deutlich schüchterner. Als Don auf die Doktorin der Tierpsychologie Carmen (Jessica Lange) trifft, wendet sich das Blatt für ihn. Carmen merkt man deutlich die Abneigung an, da sie nicht nur einige seiner Fragen nicht beantwortet, sondern sogar seine Rosen ablehnt. Die vorletzte Frau, die Don besucht, heißt Penny (Tilda Swinton) und ist eine Bikerin. Auf die Frage Dons, ob sie einen Sohn habe, antwortet sie schlicht: "Verpiss dich, du Scheißkerl." Danach wird er von einem ihrer Freunde zusammengeschlagen und wird bewusstlos. Wieder bei Sinnen, endet Dons Odyssee mit dem Besuch am Grab von Michelle Pepe.

Nun stellt sich bei Broken Flowers die Frage, ob es überhaupt die Mutter des Sohnes gibt, da alle Frauen, die Don besuchte, anscheinend keinen Sohn hatten. Und wenn es doch einen Sohn gibt, fragt man sich natürlich, wer die Mutter ist. Die Antwort zu finden ist wahrlich schwer. Jede der Frauen gibt mögliche Anhaltspunkte. Laura trägt einen auffälligen rosafarbenen Bademantel, Dora hat rosafarbene Visitenkarten, Carmen benimmt sich auffällig, aber der stärkste Verdacht liegt zunächst auf Penny. Sie hat eine kaputte rosafarbene Schreibmaschine vor ihrem Haus liegen und fährt ein rosa Motorrad. Da der Inhalt des Briefs an Don mit einer Schreibmaschine erstellt wurde, muss Penny die Mutter sein. Das denkt man zumindest zunächst, denn Don erhält nach seiner Rückkehr noch einen rosafarbenen Brief, der dem ersten äußerst ähnelt. Dieser kommt aber von Sherry, die ihn verlassen hat. Jarmusch gelingt es hier geschickt, den Zuschauer im Ungewissen zu lassen.

Ebenso wird nie verraten, ob Dons Sohn überhaupt existiert: Don trifft am Ende des Films auf einen etwa 19 Jahre alten jungen Mann, der sich äußerst auffällig benimmt. Nachdem ihn Don nach seinem Vater fragt, will der Jugendliche gehen, doch Don lässt nicht locker: Er sagt: "Ich weiß, dass du denkst, dass ich dein Vater bin, hab ich Recht?" Daraufhin antwortet der Jugendliche - scheinbar völlig fassungslos -, dass Don durchgeknallt sei und läuft anschließend davon. Erneut wird man hier zweifelnd zurückgelassen und die letzte Szene setzt ein: Hier sieht man ein Auto, das an Don vorbeifährt. Aus dem Auto schaut ebenfalls ein junger Mann, der Don die ganze Zeit über ansieht. Danach dreht sich die Kamera einmal um Don herum und der Film endet. Wie ist diese Sequenz nun zu interpretieren? Man könnte dahingehend argumentieren, dass Dons wahrer Sohn im Auto saß, aber seinen Vater nur ein einziges Mal sehen wollte. Metaphorisch "schließt sich der Kreis", als die Kamera um Don herumfährt. Die Wahrheit bleibt dem Zuschauer aber letztendlich verborgen, so dass man über die Gegebenheiten stundenlang diskutieren könnte, ohne ein stichhaltiges Ergebnis zu erlangen. Broken Flowers ist insgesamt wahrscheinlich aufgrund der vielen Interpretationsmöglichkeiten ein hoch interessanter Film, dessen beste Szene in dem "philosophischen", spontanen Spruch von Don Johnston liegt: "Die Vergangenheit ist vorbei, das weiß ich, die Zukunft ist noch nicht hier, wie sie auch sein wird. Also ist alles, was es gibt, das hier: Die Gegenwart

Kurzkritik

von Markus Müller

Wertung Kurzkritik

72%

Obwohl er insgesamt massentauglicher ist als viele frühere Filme Jim Jarmuschs, trägt Broken Flowers dennoch die unverkennbare Handschrift des ewigen Independent-Regisseurs. Dies äußert sich in einer sehr ruhigen Erzählweise, skurrilen Charakteren und einer leisen Situationskomik. Natürlich macht es großen Spaß, Bill Murray durch den Film wandeln zu sehen, doch auch das ändert nichts daran, dass Broken Flowers trotz einiger netter Ideen wie viele Filme Jarmuschs zwar technisch gut, aber inhaltlich eigentümlich unbefriedigend und streckenweise etwas langatmig ist. So bleibt am Ende hauptsächlich der Auftritt "Lolitas" langfristig in Erinnerung.



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