Der zweite Film von Chris Nahon (Kiss of the Dragon) überzeugt durch eine sehr spannende und atmosphärische Inszenierung, sowie durch seine gut aufgelegten Hauptdarsteller. Diese entschädigen den Zuschauer für einige unpassende Actionszenen, sowie das unbefriedigende und viel zu hektische Finale.
Bereits zum zweiten Mal nach Die Purpurnen Flüsse schlüpft Jean Reno in die Rolle einer Romanfigur von Jean-Christophe Grangé (Vidoq), dessen Geschichten sich oft um gut durchdachte Thriller mit leicht mysteriösen Einflüssen drehen. Auch die Verfilmung seines Werkes Das Imperium der Wölfe bleibt diesen Elementen treu und verspricht spannende Unterhaltung.
Ein Serienkiller, der schon drei Opfer auf seinem Gewissen hat ist der Grund, weshalb der skrupellose Ex-Polizist Schiffer wieder zur Hilfe geholt wird. Er und der junge Kommissar Nerteaux kommen dabei einer mysteriösen Organisation auf die Spur. Zur gleichen Zeit leidet die junge Anne seit einem Autounfall an einem Gedächtnisverlust und versucht sich selbst wieder zu finden.
Wie schon bei Die Purpurnen Flüsse verfolgt die Geschichte zwei Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Diese Erzählweise weckt recht schnell das Interesse des Zuschauers, der gebannt der spannenden Story folgt. Jedoch gelang es dem Regisseur nicht, das umfangreiche Geschehen nach der ausführlichen Einführung in einem angemessenen Rahmen zu erzählen, da die Geschichte viel zu schnell voran getrieben wird und man als Nichtkenner des Romans seine Schwierigkeiten bekommt diverse Charakterentscheidungen zu verstehen.
Dabei fängt der Film richtig gut an! Die ruhige Erzählweise wird durch eine sehr atmosphärische Inszenierung, welche ein wenig an Sieben erinnert, noch verstärkt. Jedoch kommt es zum Ende hin leider zu einem Bruch, da es Kiss of the Dragon-Regisseur Chris Nahon nicht lassen konnte einige unpassende Actionszenen in seinen Film zu bauen. Des weiteren gelang es ihm nicht das Tempo im Zaum zu halten, so sind die hektischen Sprünge am Ende, aufgrund der komplexen Story, sehr hinderlich zum Verstehen der eigentlichen Geschichte.
Bei seinen drei Hauptdarstellern war man mit der Ausnahme von Jean Reno sehr mutig und hat die Parts mit den recht unbekannten Darstellern Arly Jover (Blade) und Jocelyn Quivrin (Elisabeth) besetzt. Diese frischen Gesichter tun dem Film gut, denn Beide spielen ihre Rollen überraschend souverän. Teilweise gelang es ihnen sogar den gewohnt gut aufspielenden Reno in den Schatten zu stellen.
Sieht man von dem unbefriedigenden und viel zu hektischen Ende ab, gelang es Chris Nahon einen sehr atmosphärischen und spannenden Thriller mit einer sehr interessanten Geschichte und gut aufspielenden Darstellern zu schaffen, der einen Blick für jeden Genrefan wert ist.