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Die Leinwandversion der abgesetzten TV-Serie Firefly beweist, dass es nicht unzähliger Spezialeffekte bedarf, um gutes Science-Fiction Kino zu machen. Der Film lebt vom Charme seiner schlichten Inszenierung, der natürlich ohne die clevere Handlung, die interessanten Figuren und den unerwarteten Humor nichts wert wäre.
Die Crew des Raumschiffs Serenity auf die Leinwand zu bringen, war eigentlich nicht der Plan von Regisseur und Drehbuchautor Joss Whedon, der bereits mit Buffy und Angel in die TV-Geschichte einging. Denn zunächst war seine Idee als TV-Serie namens Firefly konzipiert, die jedoch vom Sender Fox nach elf ausgestrahlten Folgen eingestellt wurde. Als die DVD zur Serie ungeahnte Erfolge feierte und sich die bestehende Fanbasis noch weiter vergrößerte, fiel schließlich die Entscheidung, einen Spielfilm aus dem Material zu machen. Ausgestattet mit einem Budget, das im Vergleich zu Star Wars oder Star Trek mickrig wirkt, machte sich die Crew an die Arbeit und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass es keines Mega-Budgets und unzähliger Spezialeffekte bedarf, um gutes Science-Fiction Kino zu machen.
Wir schreiben das Jahr 2507. Die Galaxie wird von der so genannten Allianz beherrscht, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein friedliches Beisammensein aller Völker zu gewährleisten. Ihnen gegenüber steht die blutrünstige Spezies namens Reavers, die ihre Opfer bei vollem Bewusstsein verspeist. Die Crew der Serenity will mit dieser Auseinandersetzung nichts zu tun haben und hält sich mit nicht ganz legalen Transporten von Waren und Passagieren über Wasser. Als Captain Malcolm Reynolds (Nathan Fillion) die Telepathin River (Summer Glau) und ihren Bruder Simon (Sean Maher) an Bord nimmt, lässt er sich jedoch auf mehr ein, als er ahnt. Die beiden sind auf der Flucht vor der Allianz, die mit allen Mitteln versucht, River unschädlich zu machen, da sie ein schreckliches Geheimnis in sich trägt. Bereits kurze Zeit später heftet sich ein Agent der Allianz (Chiwetel Ejiofor) an die Fersen der Crew und geht dabei mit ungeahnter Brutalität vor.
Wie oben bereits angedeutet, handelt es sich bei Serenity - Flucht in neue Welten nicht um einen mit Spezialeffekten gespickten Science-Fiction Film, sondern um ein Weltraumabenteuer der alten Schule mit echten Schauplätzen bzw. Kulissen und einer cleveren Handlung. In deren Zentrum stehen die labile Telepathin River, deren Fähigkeiten erst im Laufe des Films enthüllt werden, und natürlich der toughe Captain Malcolm Reynolds. Letztgenannter ist ein desillusionierter Veteran des galaktischen Bürgerkriegs, der nie wieder auf irgendeiner Seite kämpfen, sondern sein eigener Herr sein will. Dennoch erkennt er schließlich die Verantwortung, die ihm das Schicksal durch River übertragen hat und definiert seine Maxime neu. Schließlich ist noch der Agent der Allianz erwähnenswert, der sich wohl am besten als kaltblütiger Philosoph charakterisieren lässt und dadurch sehr beängstigend wirkt.
Es ist die Einfachheit, die Serenity - Flucht in neue Welten so sympathisch und unterhaltsam macht. Beispielsweise verzichtete man abgesehen von den Reavers auf jegliche nicht-menschliche Aliens oder verwendet nur relativ einfache Waffen. All dies kann wie die spärlichen Spezialeffekte selbstverständlich mit dem kleinen Budget argumentiert werden. Dennoch machen diese Faktoren gerade den Charme des Films aus. Die clevere aber nicht kitsch- und stolperfreie Handlung, die interessanten Figuren und der unerwartete Humor in den Dialogen machen Serenity - Flucht in neue Welten zu einem unterhaltsamen Weltraumabenteuer, das Fans des Genres sicherlich nicht enttäuschen wird. |