Maria Bello als durchgedrehte Mutter in einem Suspense-Thriller - das hätte man sich zu Coyote Ugly-Zeiten nicht vorstellen können. Dummerweise ist es aber wirklich geschehen und nicht nur, dass die Darsteller hinter den Erwartungen zurück bleiben, auch die konfuse Story bietet keinerlei Anlass ein Kinoticket für diesen miesen Pseudo-Horror ohne Spannung zu lösen.
Was macht eine Mutter durch, wenn ihre einzige Tochter auf mysteriöse Weise verschwindet? Dieser Frage widmet sich The Dark (welcher übrigens kein Remake der gleichnamigen Filme vergangener Jahre ist) in stümperhafter Art. Denn nicht nur, dass man keinerlei Zeit für tiefergehende Gedanken oder Gefühle verschwendet, auch der konfuse und voll gepackte Plot sorgt für extremen Frust beim Zuschauer.
Adelle (Maria Bello) fliegt mit ihrer Tochter Sarah von New York in die grünen Weiten von Wales, in der Hoffnung ihre kleine zerrüttete Familie wieder zusammenführen zu können. Dort angekommen verschwindet Sarah plötzlich und löst damit eine Krise bei dem jungen Paar aus. Es stellt sich heraus, dass das idyllische Plätzchen eine böse und unheilvolle Vergangenheit hat, die sich in Form von Ebrill - einem kleinen Mädchen, welches plötzlich auftaucht - personifiziert.
An sich würde die Geschichte einen guten Basis-Stoff abgeben, aber leider verwickelt man sich in zu viele Schauplätze. Denn angefangen bei der zerrütteten Beziehung zwischen Mutter und Tochter, über die gruselige Legende bis hin zu den fast nie nachvollziehbaren Handlungen der Charaktere, wird dem Zuschauer hier viel Unnötiges und Störendes aufgetischt. Leider hat The Dark auch sonst nicht viel zu bieten, denn Schockeffekte sind extreme Mangelware und auch gegen Ende mag die Spannung nicht so richtig steigen. Dafür schüttelt man mehr und mehr den Kopf über soviel Stumpfsinn, der einem hier aufgetischt wird.
Dieser Suspense-Thriller ist ein typisches Beispiel für eine gute Grundidee mit schwachsinniger Umsetzung. Auch wenn sich die Darsteller merklich Mühe geben, wirken sie unecht und keineswegs authentisch - gerade durch die nicht nachvollziehbaren Handlungen. The Dark hätte sich lieber auf einen klaren Handlungsstrang besinnen und nicht zuviel Beziehungsprobleme drum herum bauen sollen, dann wäre vielleicht ein besseres Ergebnis herausgekommen.