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Erstklassiges Kino bekommt man in dieser Romanverfilmung von City of God Regisseur Fernando Meirelles geboten. Sein dramatischer Thriller bietet eine intelligente und geschickt erzählte Geschichte, die den Zuschauer von der ersten bis zu letzten Sekunde fesselt und ins Geschehen mit einbezieht. Die beiden Hauptdarsteller Rachel Weisz und Ralph Fiennes runden diesen hervorragenden Film mit einer brillanten Leistung ab.
Die Vorlage für diesen dramatischen Thriller stammt aus der Feder des englischen Autors John Le Carré, dessen spannende Romane (Der Schneider von Panama und The Russia House) schon die Grundlage zahlreiche Filme bildeten. Im Zentrum von Der Ewige Gärtner steht ein ungleiches Ehepaar, das nach Afrika geht und dort in zwei unterschiedlichen Welten lebt und arbeitet. Für die Inszenierung dieses schwierigen Stoffes wurde der Brasilianer Fernando Meirelles verpflichtet, der für seinen letzten Film City of God für einen Regie-Oscar nominiert war. In den Hauptrollen sind Rachel Weisz (Das Urteil - Jeder ist käuflich) und Ralph Fiennes (Manhattan Love Story) zu sehen.
Der sanftmütige Diplomat Justin Quayle (Ralph Fiennes) geht mit seiner hitzigen Frau Tessa (Rachel Weisz) nach Kenia. Während er in der Botschaft arbeitet, engagiert sich Tessa an der Basis und kümmert sich zusammen mit dem einheimischen Arzt Arnold Bluhm (Hubert Kounde) um die Bedürftigen. Als Tessa bei einer Forschungsreise zusammen mit Arnold ermordet wird, tun die britischen Diplomaten den Fall als tragischen Zwischenfall ab. Doch entgegen seiner Natur widersetzt sich Justin Quayle diesem Glauben und geht den zahlreichen Hinweisen auf eigene Faust nach. Dabei entdeckt er schließlich, dass Tessa Beweise für getarnte Medikamententests sammelte, um die Pharmakonzerne öffentlich an den Pranger zu stellen.
Der Handlung wird nicht chronologisch vorgetragen, sondern beginnt mit der Ermordung von Tessa an einem ausgetrockneten See. Im Anschluss daran wird die Vorgeschichte in Form von Rückblenden aufgerollt, bis der Film schließlich damit beginnt, die Geschichte ab dem Tod von Tessa fortzusetzen. Am Ende wird der Kreis schließlich wieder an besagten ausgetrockneten See geschlossen. Der Film erzählt zum einen das Drama einer Ehe zwischen zwei Menschen mit unterschiedlichem Charakter sowie Verständnis für die Welt und zum anderen einen spannenden Thriller über die rücksichtslosen Machenschaften skrupelloser Pharmakonzerne in Afrika.
Der sanftmütige Justin und die hitzige Tessa lernen sich bei einem Vortrag kennen und landen nach einer emotionalen Diskussion schließlich in Tessas Bett. Daraufhin geht alles Schlag auf Schlag und die Beiden reisen als Ehepaar nach Kenia. Bei seiner Arbeit als Diplomat konzentriert sich Justin auf die Ausführung seiner Aufgaben und interessiert sich nicht für die Tragödien, die sich täglich in dem Land abspielen. Entspannung findet er in seinem akribisch gepflegten Garten, den er Tag für Tag hegt und pflegt. Tessa hingegen interessiert sich sehr wohl für das Leben und die Tragödien in Kenia und leistet Basisarbeit. Parallel sammelt sie Beweise für geheime Medikamententests und legt sich damit mit den mächtigen Pharmakonzernen an. Justin bekommt von all dem nichts mit, da Tessa ihre Arbeit verheimlicht, um seine Karriere als Diplomat nicht zu gefährden. Als er jedoch nach ihrem Tod mit all dem konfrontiert wird, beginnt er seine Blindheit zu bereuen und versucht Tessas Arbeit zu Ende zu bringen.
Die Geschichte über die geheimen und illegalen Medikamententests in Afrika, die unter dem Deckmantel der AIDS-Bekämpfung durchgeführt werden, ist frei erfunden. Dennoch zeigt der Fall des Schmerzmittels Vioxx, das vom US-Pharmariesen Merck vom Markt genommen werden musste, dass die fiktive Idee von Autor John Le Carré nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. Er baute die Grundidee schließlich zu einem spannenden weltweiten Komplott auf, an dem neben den Pharmakonzernen auch hochrangige Diplomaten beteiligt sind. Dieser Handlungsstrang wurde von Regisseur Fernando Meirelles geschickt mit der Geschichte von Justin und Tessa verwoben und zu einem dramatisch spannenden Gesamtwerk komponiert.
Neben der interessanten und geschickt erzählten Geschichte sind es vor allem die Inszenierung und die Schauspieler, die Der Ewige Gärtner zu einem der besten Filme des Jahres machen. Fernando Meirelles ging das Thema nicht aus einer kühlen Distanz an, sondern setzte es lebensnah und ausdrucksstark in Szene. Somit hat man als Zuschauer das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein und nicht zum bloßen Augenzeugen degradiert zu werden. Um dies zu erreichen arbeitet er mit wackeligen Kamerafahrten, unterschiedlichsten Stimmungen und dem Gespür für schöne Bilder. Die beiden Hauptdarsteller leisten in ihren Rollen erstklassige Arbeit und zeichnen ein hervorragendes Portrait ihrer beiden Figuren. All das macht Der Ewige Gärtner zu einem hervorragenden Film, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. |