Oh my God! Wie kann ein Film denn nur so dermaßen schlecht sein? Was uns Robert Iscove da auftischt ist wirklich unter aller Kanone. Ich kann ja verstehen, daß der Mann an den Erfolg von Eine wie Keine anknüpfen möchte, aber muß es denn tatsächlich so plump sein? Die Story dieser Zelluloidverschwendung ist eine eins zu eins Kopie von When Harry met Sally, nur das diesmal Teenager die Hauptrollen spielen. Doch im Vergleich zu den schauerlichen Dialogen ist das ja noch das kleinere übel. Bei Boys, Girls & a Kiss ist eine Art Anti-Dawson's Creek-Effekt zu beaobachten. Während sich in der erfolgreichen WB-Serie High School Kids unterhalten, als wären sie bereits Mitte Zwanzig, lassen die Studenten in diesem Film Sätze los, für die sich so mancher 12-Jährige schon schämen würde.
Vielleicht ein Wort zu den Schauspielern: Freddy Prinze Jr. ist nun bereits in seiner fünften Teenie Komödie in Folge zu sehen, obwohl der Mann sicherlich auch mal eine etwas anspruchsvollere Rolle spielen könnte. Mittlerweile glaube ich aber fast, der Zug ist bereits abgefahren. Auch Jason Biggs läuft so langsam Gefahr für immer auf seine mir-ist-echt-nichts-zu-peinlich-Darstellungen festgenagelt zu werden. Nun ja und jedesmal wenn ich Amanda Detmer gesehen habe, wünschte ich mir sehnlichst diesen Bus herbei, der uns in Final Destination schon so treue Dienste erwiesen hat.
Einziger Lichtblick in dieser Flut von vorpubertären Witzchen ist die schwungvolle Tanzeinlage zu Apollo 440's Stop the Rock. Im Gegensatz zur einstudierten Performance aus Eine wie Keine ist es jedoch ein wenig unglaubwürdig, das eine Gruppe von Discobesuchern ganz spontan mal eine perfekte Choreographie aufs Parkett legt. Also es haben sich wirklich alle Beteiligten reichlich Mühe gegeben zu ereichen, daß die Zuschauer so ziemlich alles tun würden, um mit Ryan und Jennifer zu tauschen, wenn diese sich Breakfast Club und Sixteen Candles im Double Fetaure ansehen. Wie würden die beiden reagieren, wenn sie sich diesen Schrott hier antun müßten, für den wir auch noch saftige 13,- DM Eintrittsgeld bezahlt haben?
Doch wollen wir bei der heutigen Filmbesprechung auch unsere deutschen Freunde Mr.Synchrostudio und Fräulein Filmverleih nicht außer acht lassen. Denn hart wie wir eben sind, haben wir uns den Streifen nicht nur am Sonntag Vormittag, sondern auch noch in Deutscher Sprache angesehen. Wieso bitte wird Amanda Detmer von Alyson Hannigans Synchrostimme gesprochen, wenn Alyson doch selbst mitspielt? Und wieso übersetzt Kinowelt den englischen Titel mit einem noch längeren englischen Titel ins Deutsche? Fragen über Fragen. Wer noch nie das zweifelhafte Vergnügen hatte, im Kino zu kotzen, sollte sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen!