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Stay

(Stay, 2005)

Durchschnittliche Redaktionswertung

68%



Inhalt

Henry Letham eröffnet seinem Psychiater Sam Foster, dass er sich in drei Tagen das Leben nehmen will. Verzweifelt versucht der Arzt seinen Patienten in den folgenden Tagen von dem Plan abzubringen. Doch was immer er tut, die Dinge nehmen unverändert ihren Lauf.

Kritik

von Markus Müller

Wertung Kritik

85%

Das deutsche Exportregiegenie Marc Forster entführt den Zuschauer mit Stay in eine wunderschöne Verwirrtheit zwischen Leben und Tod. Stay ist ein ganz besonderes Filmerlebnis, das die Grenzen zwischen Realität und Fiktion geschickt verschwimmen lässt und den verzweifelt nach Orientierung Suchenden immer weiter in die Irre führt. Was bleibt sind viele Interpretationsansätze und die nachhaltige Begeisterung für die grandiose Optik dieses außergewöhnlichen Filmes.

Bild aus Stay Die erste Frage die steht ist: Habe ich den Film verstanden? Ich wage zu behaupten, dass besonders nach dem ersten sehen, niemand diese Frage bejahen kann. Denn selbst wenn man die kompletten 99 Minuten aufmerksam das Geschehen verfolgt, mitdenkt und fleißig versucht zu interpretieren und Zusammenhänge herzustellen, werden die vorläufigen Lösungsansätze im nächsten Moment oder spätestens am Ende zu Nichte gemacht. Was bleibt ist der verzweifelte Versuch, das Gesehene irgendwie zu verarbeiten und einzuordnen. Selbstverständlich war dieser Effekt beabsichtigt und so verfehlt Stay sein Ziel nicht, regt er doch besonders im Nachhinein zum grübeln an. Wer Marc Forsters (Monster's Ball) Filme kennt, der weiß, dass er nicht zu den Regisseuren gehört, die einen Film machen, den keiner versteht und hoffen so von den Kritikern als anspruchsvoller Künstler gelobt zu werden. Was Forster macht hat Hand und Fuß, das ist bei Stay nicht anders.

In seiner mysteriösen Erzählweise und der streckenweise undurchsichtigen Struktur erinnert Stay stark an einen Film von David Lynch (Lost Highway). Jedoch sei gleich vorweg genommen, dass der zweifellos hochtalentierte Marc Forster mit seinem Mysteriethriller nicht die Klasse des Großmeisters erreicht. Dennoch hat er einen spannenden, visuell faszinierenden Film geschaffen, der allein wegen seiner Optik ein absoluter Pflichtfilm ist. Die visuelle Darbietung ist streckenweise atemberaubend. Vor allem die Szenenübergänge gehören zum grandiosesten, was man beim Filmschnitt rausholen kann. Zu verdanken ist dieser optische Hochgenuss, der den Film auch inhaltlich bereichert, dem Cutter Matt Chesse. Dieser arbeitete in den meisten Filmen Forsters als Cutter, so zuletzt auch im aktuellen Bond-Streifen Ein Quantum Trost.

Schwierig zu bewerten ist sicherlich der Cast. Einerseits nimmt man trotz ihres souveränen Spiels Naomi Watts (Mulholland Drive - Straße der Finsternis) die Kunstdozentin kaum ab und auch Ewan McGregor (Trainspotting - Neue Helden) ist nicht unbedingt die absolute Idealbesetzung für die Rolle des Psychiaters Sam. Da aber ohnehin nichts wirklich klar und nachvollziehbar ist und auch die Rollenverteilungen im Verlauf des Filmes alles andere als eindeutig sind, kann gerade das auch Absicht sein. Unabhängig davon sind sowohl Naomi Watts, als auch Ewan McGregor großartige Schauspieler, die jeder für sich eine Bereicherung für einen Film sind. Leider schwächelt der Film dennoch besonders in der Darstellung der Beziehung der Beiden. Einige Dialoge des Paares wirken ein wenig flach und unpassend konventionell. So richtig will man ihnen ihre Beziehung nicht abnehmen, aber auch das könnte in Anbetracht des Storyverlaufes durchaus beabsichtigt sein. Durch seine Machart drückt sich Stay in diesen Punkten also ganz geschickt vor jeder Wertung. Ohne Zweifel grandios ist das Spiel von Ryan Gosling (Lars und die Frauen). Für die Rolle des Henry hätte sich kaum ein besserer Darsteller finden lassen können.

Wer in einem Film klare Erzählstrukturen braucht und in der Regel nur leichte Unterhaltungsfilme konsumiert, wird mit Stay nicht glücklich werden. Wahrscheinlich wird dieser Personenkreis, der sich meist sowieso nur ins Kino traut, um Blockbuster zu schauen und eine Sammlung der erfolgreichsten deutschen Komödien der letzten Jahre im Regal stehen hat, den Film über alle Maßen schlecht finden. Doch geschmackvolle Zuschauer, besonders die, die sich auch für David Lynch, David Cronenberg (eXistenZ) und Konsorten begeistern können, bekommen mit Stay einen außergewöhnlichen Film geboten, der trotz einiger kleiner Schwächen dauerhaft in Erinnerung bleibt und seine Faszination auch daraus schöpft, dass er wohl nie komplett entschlüsselt werden wird.

Kurzkritik

von Reinhard Staupe

Wertung Kurzkritik

50%

Eine sinnige Auflösung der rätselhaften Geschehnisse hätte "Stay" retten können, ihn vielleicht sogar zu einem guten Film gemacht, und dann das: ein geklauter Plot - buh! Erinnert sich noch jemand an Jacob's Ladder? Da erfährt man ganz zum Schluss, dass Tim Robbins sämtliche verstörenden Ereignisse lediglich in seinen letzten Lebensminuten geträumt hat, sozusagen die Rückschau einer voraus halluzinierten Sterbebettvision. Und so soll es nun auch hier sein. Zugegeben, Stay hat visuell einiges zu bieten, das Spiel mit den Farben, die ungewöhnlichen Schnitte und Gegenschnitte, die Übergänge der einzelnen Szenen, die sehr gewählten Kamerapositionen. Das ist schon interessant, deutet Talent und Potenzial an, wirkt dann mitunter aber doch zu gewollt, zu gekünstelt. Und ebenfalls ja, so ab der Filmmitte entfaltet das Verstörende durchaus eine Sogwirkung, man will wissen, was dahinter steckt, was Realität ist und was nicht. Aber war der Kriegs-Drogen-Schuld-Höllentrip bei Jacob ein genialer Stiefel, so passt es hier so ganz und gar nicht, dieses allzu Fadenscheinige, mit dem sich alles (und somit leider nichts) erklären lässt.



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