Vor großen Namen braucht sich dieser Antikriegsfilm nicht zu verstecken, gelang ihm doch, was Spielberg misslungen ist, zu einiger großartigen Inszenierung eines Kriegsfilmes, noch eine sehr packende und einfühlsame Geschichte zu präsentieren, die zudem noch eine glaubwürdige und realitätsnahe Charakterstudie ist.
Je-gyu Kang letztes Werk, der Actioner Swiri, setzte vor fünf Jahren Maßstäbe im koreanischen Actionkino und kam auch bei der breiten Masse sehr gut an. Grund genug, ihm die Mittel für seinen Antikriegsfilm Brotherhood, den bisher teuersten Film in der Geschichte des koreanischen Films zuzusagen.
Die beiden Brüder und beste Freude Jin-Tae und Jin-Seok werden zu Beginn des Koreakrieges gezwungen für ihr Land zu dienen, obwohl üblicherweise nur ein Familienmitglied für die Ehre des Landes kämpfen sollte. Um seinen jüngeren Bruder die Möglichkeit zu bieten, nach Hause kehren zu können, nimmt er eine gefährliche Mission nach der Anderen an, um sich eine Medaille zu verdienen, die es seinen Bruder ermöglichen würde nach Hause zu kehren.
Die Geschichte Je-gyu Kangs ist eine hervorragende, tiefgehende Charakterstudie zweier Menschen, deren Verhalten durch die Auswirkungen des Krieges auf hervorragende Weise dargelegt wird. Aber auch die eigentliche Geschichte des Filmes ist packend und sehr einfühlsam, so dass man immer mit den realistischen Handlungsweisen der gut geschriebenen Charaktere mitfühlen kann.
Ebenso gelungen wie die Geschichte ist auch die atemberaubende Inszenierung, die sich vor großen Namen wie Der Soldat James Ryan zu keinem Zeitpunkt verstecken braucht und diese sogar noch übertrumpft! Der Zuschauer bekommt einmalige Kamerafahrten, großartige Soundeffekte ebenso geboten wie einen wunderschönen Score und eine atmosphärisch perfekte Grundstimmung.
Sowohl Bin Won (Guns & Talks) als junger Schüler, der im Krieg an Charakter gewinnt, sowie Dong-Kun Jang (2009: Lost Memories) als älterer Bruder, dessen Einsätze im Krieg ihn immer mehr zu Grunde richten, liefern eine sehr gute und glaubwürdige Darbietung ab, so dass sie den guten Gesamteindruck durch ihr Spiel noch abrunden können.
Je-gyu Kang legt mit Brotherhood die Messlatte für kommende Produktionen dieser Art sehr hoch! Nicht nur, dass er es geschafft hat einem einfühlsamen, realitätsnahen und top inszenierten Kriegsfilm, zu schaffen, ihm gelang es auch hochrangige Hollywood Produktionen in die Tasche zu stecken, denn sein Antikriegsfilm gehört mit zu den Besten was dieses Genre je zu bieten hatte.