|
Terrorfilme sind wieder in Mode und ausgerechnet einem australischen Independentfilm gelingt es den besten Genrefilm des Jahres zu hinterlassen. Kompromisslos und ohne Schnörkel präsentiert sich dieser unglaublich spannende Schocker, der nicht nur einen guten Bösewicht zu bieten hat, sondern auch sehr atmosphärisch in Szene gesetzt wurde.
Wenn Quentin Tarantino einen Horrorfilm in den Himmel lobt muss das noch lange kein Zeichen für einen gelungenen Film sein, wie zuletzt Hostel bewiesen hat. Hier jedoch ist seine Euphorie gerechtfertigt, denn Wolf Creek entpuppt sich als dreckiger, altmodischer Genrefilm, der die Bezeichnung Horrorfilm wirklich verdient.
Drei Jugendliche werden ihren Erkundungstrip durch Australien wohl nie mehr vergessen. Dass sich zwischen Liz und Ben eine Beziehung anbahnt ist das einzig Positive dieses Road Trips, denn schon bald bleibt ihr Wagen im Nichts des Australischen Outbacks stehen. Glück für sie, dass sie auf den kauzigen Hinterwäldler Mick treffen, der ihnen bei ihrer Panne helfen möchte. Doch das Erwachen am nächsten Morgen bietet jedoch alles andere als eine freudige Überraschung.
Wie schon bei Hostel wirbt auch dieser Film mit einer Based on True Events-Tagline. Während dies bei Eli Roths Film noch ein reiner Hoax war, basiert dieser Horrorstreifen immerhin auf eine wahre Tatsache, die jedoch mit dem allgemeinen Film recht wenig zu tun hat.
Während die Geschichte im Grunde wenig Neues zu bieten hat, ist es mehr die knallharte und kompromisslose Inszenierung von Regisseur Greg McLean, die den Zuschauer durchweg zu fesseln vermag. Dies gelingt vor allem durch den ruhigen Beginn, in dem er die Charaktere sehr ruhig eingeführt hat und man so in der zweiten Hälfte mit ihnen mitleiden und mitfiebern kann.
In Sachen Gewalt braucht sich Wolf Creek ebenfalls nicht vor den härteren Filmen des Genres zu verstecken, denn mit Filmen wie Saw oder Hostel kann sich dieses Werk durchaus mithalten und erinnert, nicht nur wegen der spannenden Inszenierung, sondern auch wegen seiner angst einflößenden Atmosphäre, oft an den großartigen High Tension von Alexandre Aja.
Großartige Darstellerleistungen darf man bei einem Genrefilm wie diesen hier sicherlich nicht verlangen. Dennoch gefällt das Spiel der drei Jugendlichen, werden aber trotzdem von John Jarratt, der hier in unglaublicher Spielfreude ist, an die Wand gespielt. Dies hat Tarantino so gut gefallen, dass er ihn blind und ohne Vorsprechen für sein neuestes Werk Planet Terror besetzt hat. Wer hier einen harmlosen Teenieslasher erwartet oder mit einem hohen Grad an Gewalt und Sadismus nichts anfangen kann sei hiermit gewarnt: Der Film ist nichts für sanfte Gemüter, sondern orientiert sich eher an Klassikern wie The Texas Chainsaw Massacre oder The Hills Have Eyes von Wes Craven. Wer sich jedoch von härteren und unglaublichen spannenden Schockern angezogen fühlt, der sollte sich diesen kompromisslosen Horrorfilm nicht entgehen lassen. |