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Dr. Uwe Boll hat es, entgegen allen Erwartungen oder Hoffnungen, mal wieder geschafft, die Filmrechte für die Adaption des Computer-Spiels Bloodrayne zu erhalten. Doch wer meint, dass dieser Film eine Gefahr für seinen Ruf als schlechtester Regisseur der Gegenwart sein könnte, der sei hier beruhigt: zwar sind wieder einmal viele Stars mit dabei, doch sind die Dialoge, der Handlungsverlauf und die Action gewohnt stumpfsinnig. Im Gegensatz zu seinen bisherigen, bekannteren Werken House of the Dead und Alone in the Dark, ist dieses neue Werk aber leider nicht einmal mehr so schlecht, dass es wieder gut ist. Uwe Boll ist und bleibt somit ein Garant für die Zerstörung solider Grundideen.
Um zu wissen wie man einen guten Film macht, muss man zuerst wissen was man möglichst vermeiden sollte. Zum Glück gibt es den allseits beliebten Dr. Uwe Boll, der es sich nicht nehmen lässt, uns ein ums andere mal zu veranschaulichen, wie man es eben nicht macht. So war es zum Beispiel auch bei House of the Dead und Alone in the Dark. Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen diesen beiden Filmen und Bolls neuestem Machwerk Bloodrayne ist die Tatsache, dass wieder viele Stars wie Michael Madsen, Udo Kier, Meat Loaf, Kristanna Loken, Michelle Rodriguez und sogar Sir Ben Kingsley mit von der Partie sind. Filmfreunde rund um den Globus fragen sich zwar nun schon seit Jahren, wie so etwas möglich sein kann, doch so wie es aussieht, dürfen wir uns noch auf viele Filme vom offensichtlich selbstverliebten Nachfolger eines Ed Woods freuen...
Die Handlung von Bloodrayne ist schnell erzählt: Rayne (Kristanna Loken) - halb Mensch, halb Vampir und somit ein Dampir (also eine Art Blade, nur ohne die Resistenz gegenüber Sonnenlicht aber dafür ist normales Wasser für Sie tödlich) - wird von einem Wanderzirkus als Attraktion festgehalten. Eines Tages gelingt Ihr die Flucht und sie schliesst sich den Vampirjägern Vladimir (Michael Madsen) und Sebastian (Matthew Davis) an, um sich am Vergewaltiger Ihrer Mutter zu rächen. Dieser ist allerdings der stärkste aller Vampire, deren Anführer und hört auf den Namen Kagan (Ben Kingsley).
Das klingt alles nicht unbedingt neu? Ist es auch nicht, weswegen man hier nur darauf hoffen kann, dass man gute Action und eine grosse Portion Blut geliefert bekommt. Doch auch diese Hoffnungen werden aufgrund schnell geschnittener Kämpfe und kitschigen Effekten sehr bald über Bord geworfen. Einzig die darstellerischen Leistungen könnten den Film also noch retten, doch leider teilen sich diese in zwei Lager auf: auf der einen Seite haben wir als Paradebeispiel Ben Kingsley, der sich mal wieder einen Spass daraus macht mit den erbärmlichen Dialogen zu spielen, und somit seine Klasse zu beweisen. Das andere Extrem stellt hier Michael Madsen dar, dem es nicht nur anzusehen sondern auch anzuhören ist, was er vom Drehbuch hält. Lustlos stiefelt er durch den Film und spricht seine Sätze mit einer ähnlichen Begeisterung, wie ein unmotivierter Schüler seine Hausaufgaben macht. Doch wer kann es Ihm bei dieser Vorgabe übel nehmen? Vielmehr stellt man sich im Verlauf des Filmes mehr und mehr die Frage, warum er überhaupt für diese Rolle unterschrieben hat. Kristanna Loken versucht zwar, Ihre Hauptrolle inmitten dieser haarsträubenden Geschichte zu retten, doch fehlt Ihr offensichtlich das dafür notwendige gewisse Etwas, weshalb auch Ihre Leistung niemanden in Begeisterung versetzen wird.
Über die Qualitäten von Uwe Boll zu sprechen, ist schon fast ein Widerspruch in sich, doch muss man zugeben, dass er hin und wieder schöne Kamerafahrten einbaut und ab und zu sogar ein Auge für schöne Bilder hat. Schade nur, dass er meint er würde genau wissen was der Zuschauer sehen will (und sich davon auch nicht abbringen lässt), und damit dann doch immer wieder daneben liegt. Noch immer benutzt er die falsche Musik im Score, Zeitlupen an den unmöglichsten Stellen und sinnlose, schnelle Schnitte bei jeglicher Action. Hier macht er dazu noch den Fehler, dass er versucht dem Film eine erzwungene Ernsthaftigkeit zu verpassen, was wiederum auch jeden unfreiwilligen Spass im Keim erstickt.
Bloodrayne ist allenfalls ein netter Versuch eines blutigen Actionfilms, doch kann man schlichtweg nicht behaupten, dass er auch nur in einem einzigen Punkt gelungen wäre. Somit ist dieses neueste Bollwerk grundsätzlich niemandem zu empfehlen. Wenigstens bleibt Dr. Uwe Boll sich und seinem unterirdischen Niveau treu, womit inzwischen jeder wissen sollte, auf was er sich bei einem Film dieses Regisseurs einlässt... spätestens hiermit ist jetzt hoffentlich jeder gewarnt! |