Zwar muss sich dieser Film in technischer Hinsicht deutlich hinter den großen Studios Pixar und Dreamworks verstrecken, jedoch zeichnet er sich nicht nur dadurch aus, dass er sehr lustig ist, sondern auch die Tatsache der innovativen und interessanten Geschichte. Die aufgrund ihrer besonderen Erzählweise sogar eine gewisse Spannung erzeugen kann.
2006 - Das Jahr des Animationsfilmes! Könnte man meinen, denn dieses Jahr starten so viele wie nie zuvor in den deutschen Kinosälen. Da ist es natürlich schwer die Spreu vom Weizen zu trennen, vor allem, da sowohl Trailer der Filme, als auch die Themen nur in wenigen Fällen etwas Neues zu bieten scheinen.
Tatort: Wald! Opfer: Rotkäppchen und seine Großmutter! Täter: Der große böse Wolf! Oder ist es doch ganz anders als es auf den ersten Blick den Anschein hat? Diesen Fall gehen die beiden Ermittler Bill Stork und Chief Grizzly, mit Hilfe des genialen Detektiv Nicky Flippers nach. Zunächst wird jeder, sowohl Täter als auch Opfer, einzeln verhört um das Puzzle dieses Verbrechens zusammen zu fügen.
Endlich mal was Anderes wird sich der Zuschauer denken, denn nachdem nun schon zwei mal Tiere in die Wildnis aufgebrochen sind und wir ebenso viele Unterwasserabenteuer erleben durften, bringt diese innovative Idee endlich mal wieder frischen Wind in das Animationsgenre. Sicherlich ist auch diese Geschichte alles andere als perfekt, aber immerhin bietet sie eine angenehme Abwechslung.
Man sollte jedoch auch nicht den Fehler machen, die Animationen dieses Filmes mit den wirklich großartig Werken aus dem Hause Pixar oder Dreamworks zu vergleichen, denn hier zieht Die Rotkäppchen-Verschwörung deutlich den Kürzeren. Die Figuren sowie die Szenerie sind bewusst einfach gehalten und wirken vor allem in ihren Bewegungen nicht rund animiert, jedoch trübt dies den Gesamteindruck des Filmes in keinster Weise, da die Erzählweise des Filmes, deutlich inspiriert von Kurosawas Klassiker Rashomon schon für die nötige Spannung sorgt und somit die technischen Schwächen überdecken kann.
Dass Die Rotkäppchen-Verschwörung durchgehend unterhaltsam ist, liegt zum einen an den wirklich köstlichen Sidekicks des Filmes (hervorzuheben ganz klar die dauersingende Ziege, das aufgedrehte Eichhörnchen und der große böse Wolf) und zum anderen an der interessanten und oben schon erwähnten Geschichte.
Ein großes Lob geht auch an die Synchronsprecher, wobei hier James Belushi als deutscher Holzhacker den Vogel abschießt. Er ist jedoch nicht der Einzige der zu überzeugen weiß, denn auch Anne Hathaway (Rotkäppchen), Benjy Gaither (die singende Ziege) und der Regisseur himself Cory Edwards (das superschnell quasselnde Eichhörnchen) können für einen großen Unterhaltungswert sorgen, der wohl in der deutschen Synchronisation nicht ganz so hoch sein wird.
Neu erfunden wird das Genre des Animationsfilmes hier sicherlich nicht, dafür aber bietet des Regieduo eine innovative Geschichte, die durch ihre Art der Inszenierung nicht nur für Spannung sorgen kann, sondern auch durch ihre zahlreichen Nebencharaktere und den gut aufgelegten Synchronsprechern für kurzweilige, sehr unterhaltsame anderthalb Stunden Filmspaß sorgen kann.