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Die Verfilmung von Gudrun Pausewangs Buch dichtet eine unnötige Liebesgeschichte in das Szenario eines atomaren Unfalls in Deutschland und versucht damit auf emotionaler Schiene eine politische Aussage durchzudrücken. Aber auch auf wissenschaftlicher Ebene scheint man sich nicht an Wahrheiten und Fakten halten zu wollen und fabriziert einen Film, der den Super-GAU zwar in Szene setzt, aber leider mit falschen Fakten und Mitteln.
Was in Hollywood gang und gebe ist (und oft genug kritisiert wird) scheint auch mehr und mehr in Deutschland Einzug zu halten: Man nimmt ein Ereignis, welches viele Menschen berührt oder gar getroffen hat, baut eine Liebesgeschichte ein, hält sich an keinerlei Fakten und vermarktet das Ganze dann als einen "pädagogisch wertvollen Film", den jeder gesehen haben muss! So passiert es auch bei Die Wolke. Denn obwohl das Buch von Gudrun Pausewang in vielen Schulen zur Pflichtlektüre gehört, kann man nur hoffen, dass die Lehrer den Schülern danach gleich noch eine Aufklärungsstunde in Sachen atomarer Unfall geben.
Hannah ist 16 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter und dem jüngeren Bruder in Schlitz, einem kleinen Örtchen in der Nähe von Bad Hersfeld. Gerade als der 18jährige Elmar und Hannah sich ihre Liebe eingestehen und erstmal küssen, heulen Alarmsirenen auf: der kluge Elmar erkennt sofort, dass es sich hierbei um einen so genannten ABC-Alarm handelt! Es gab einen Störfall in dem nur 80km entfernten Atomkraftwerk bei dem Radioaktivität ausgetreten ist, die nun in Form einer Wolke in Richtung Schlitz geweht wird. Das frische Liebespaar trennt sich, damit Hannah ihren kleinen Bruder Uli in Sicherheit bringen kann, während Elmar alles für eine Flucht vorbereitet.
Die ersten 30 Minuten kann der Film noch mitreißen und versteht es gekonnt, sich die Sympathie des Publikums zu erarbeiten. Als es jedoch an die Ereignisse nach dem Störfall geht, wird man extrem fahrlässig und versucht auf der emotionalen Schiene noch zu punkten. Leider werden diese Szenen so übertrieben und unnötig "ergreifend" auf die Leinwand gebannt, dass man als Zuschauer mehr und mehr den Kopf schüttelt.
Aber nicht nur, dass man versucht den Zuschauer mit ergreifenden Szenen einzuwickeln, so lässt man die wissenschaftlichen Fakten anscheinend vor der Kinosaaltür und definiert sich atomare Strahlung, den so genannten Fallout und deren Gefährlichkeit einfach mal neu. Nur diesem "Drehbuchclou" haben wir wohl das Überleben unserer Hauptdarstellerin zu verdanken (wäre auch doof, wenn die schon im ersten Drittel des Films sterben würde) und so finden wir uns in einem Sanatorium wieder, in dem Hannah nach einigen Wochen ihren Elmar wieder sieht, der noch rechtzeitig flüchten konnte. Da noch nicht genug Liebesschnulze drin war, gaben die Drehbuchautoren Elmar also die Gelegenheit auch als Patient im Sanatorium anzuheuern und so ist das Paar wieder vereint.
Es ist sehr sehr schade, dass man das ernste und wichtige Thema so verheizt! An das Szenario eines atomaren Unfalls in Deutschland hätte man wohl fähigere Leute ranlassen sollen, denn eine Liebesgeschichte ist vollkommen unnötig (vor allem gegen Ende, nervt es gewaltig) und vor allem die wissenschaftlichen Fakten müssen in einem solchen Film einfach stimmen. Die Wolke ist leider nicht mehr als eine schlechte Verfilmung, die ernste Dinge auf eine leichte Schulter nimmt und damit dem (zum Teil) unwissenden Publikum nicht nur eine politische Meinung aufdrücken will, sondern auch vollkommen falsche Erwartungen und sogar Sicherheit weckt und vorgaukelt! |