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Knallhart

(Knallhart, 2006)

Dt.Start: 09. März 2006 Premiere: 12. Februar 2006 (Berlinale, Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 98 min Land: Deutschland
Darsteller: David Kross (Michael Polischka), Jenny Elvers-Elbertzhagen (Miriam Polischka), Erhan Emre (Hamal), Oktay Özdemir (Erol), Kida Khodr Ramadan (Barut), Arnel Taci (Crille), Kai Michael Müller (Matze), Hans Löw (Gerber), Jan Henrik Stahlberg (Dr. Klaus Peters), Lisa (Amy Mußul)
Regie: Detlev Buck
Drehbuch: Zoran Drvenkar, Gregor Tressnow


Inhalt

An seinem 15. Geburtstag muss Michael zusammen mit seiner Mutter Miriam die gemeinsame Wohnung im schicken Berlin-Zehlendorf verlassen, da diese von Miriams ehemaligen Liebhaber Dr. Peters finanziert wurde. Die Beiden landen im rauen Stadtteil Neukölln, wo Erol und seine brutale Gang den Ton angeben. Hier ist die schiefe Bahn die Karriereleiter und so heuert Michael beim Drogenboss Hamal an, der ihm neben einem lukrativen Job auch Schutz vor Erols Gang bietet.
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Kritik

Knallhart hat eine Wertung von 80%
Das Leben im "Slum" des Stadtteils Neukölln in Berlin ist hart - sehr hart, wenn man vom wohlhabenden Freund der Mutter rausgeworfen wird und sich dann als Außenseiter mit dem harten Straßengangalltag konfrontiert sieht. Der berührende Film zeigt offen und ehrlich die Brutalität auf den deutschen Großstadtstraßen und veranschaulicht den enormen Druck unter dem die heutige Jugend zum Teil aufwachsen muss.

Bild aus Knallhart Miriam Polischka und ihr Sohn Michael werden von ihrem wohlhabenden Freund vor die Tür gesetzt und sehen sich nach dem Villenleben mit der harten Realität des Stadtteils Neukölln konfrontiert. Michael (nur "Polischka" genannt) findet in der neuen Schule zwar recht schnell Anschluss und auch Freunde, aber die Gang um Anführer Erol macht ihm mit Schutzgelderpressungen und regelmäßigen Prügeleien das Leben zur Hölle. Als es wieder einmal soweit ist, kommt jedoch Hamal, ein afghanischer Hehler, der Gang zuvor und engagiert Polischka als Drogenkurier. Anfänglich läuft es auch ganz gut für Michael, doch nach und nach verliert er den Boden unter den Füßen und findet sich in einer kalten Welt mit viel Brutalität und ohne Freunde wieder.

Ein Thema, was eigentlich jedes Elternpaar in diesen Zeiten beschäftigt, ist die zunehmende Brutalität an den Schulen und auf den Straßen. Die Kinder sind oftmals nicht nur durch psychisch gestörte Erwachsene, sondern auch durch Brutalität in den eigenen Reihen bedroht und genau dieses ernste Thema betrachtet Knallhart auf eine einerseits leichte, aber dennoch sehr intensive Art und Weise. Gerade zu Beginn ist das eigentlich schöne Leben von Polischka (grandios von David Korss) nahezu beneidenswert: Die Mutter hat einen wohlhabenden Freund, sie leben in einer großen Villa in einem noblen Stadtteil Berlins und Polischka hat absolut alles, was man sich als Jugendlicher erträumen kann. Als jedoch der Umzug in den Stadtteil Neukölln bevorsteht, ändert sich die Lage dramatisch.

Die offene Brutalität, die dort herrscht, erschreckt den Zuschauer förmlich und sehr schnell wird klar, dass Michael hier ums nackte Überleben kämpft. Als er dann für Hamal als Drogenkurier arbeitet, ist die emotionale Bindung zum Hauptdarsteller sehr hoch und man würde ihm so gern auf seiner Zwickmühle helfen. Doch die Geschehnisse nehmen ihren Lauf und gegen Ende wird das Kinopublikum vor eine Zerreißprobe gestellt.

Den Darstellern muss man insgesamt ein großes Lob aussprechen. Alle liefern überzeugende Leistungen ab und wissen ihre Charakterhüllen mit Leben zu füllen. Gerade das gute Schauspiel hilft dem Film zusätzlich zum guten und starken Drehbuch die Bindung zum Zuschauer über die volle Länge zu halten und den Spannungsboden gekonnt in Szene zu setzen. Knallhart ist für mich eine positive Überraschung, die man durchaus als Geheimtipp bezeichnen kann!

von Markus Ostertag


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