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The Libertine

(The Libertine, 2004)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 17. Oktober 2008
Premiere: 16. September 2004 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 16 Genre: Drama
Länge: 117 min Land: UK
Darsteller: Johnny Depp (Rochester), Samantha Morton (Elizabeth Barry), John Malkovich (King Charles II), Paul Ritter (Chiffinch), Stanley Townsend (Keown), Francesca Annis (Countess), Rosamund Pike (Elizabeth Malet), Tom Hollander (George Etherege), Johnny Vegas (Sackville), Richard Coyle (Alcock), Hugh Sachs (Ratcliffe), Tom Burke (Vaughan), Rupert Friend (Billy Downs), Jack Davenport (Harris), Trudi Jackson (Rose)
Regie: Laurence Dunmore
Drehbuch: Stephen Jeffreys


Inhalt

Im London des 17. Jahrhunderts führt John Wilmot, der zweite Graf von Rochester, ein skandalöses und dekadentes Leben. Er beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit der jungen Schauspielerin Elizabeth Barry und schreibt ein niederträchtiges Theaterstück, in dem er seinen Finanzier König Charles II verhöhnt. Dieser sorgt daraufhin für Wilmots Vertreibung und leitet so seinen Niedergang ein.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Libertine hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 50%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
The Libertine hat eine Wertung von 50%
Der Earl of Rochester galt als Genie, ein theatraler und literarischer Tausendsassa in der Welt der Restauration eines König Charles II. Laurence Dunmore porträtiert mit The Libertine eine glamouröse historische Figur, deren Extravaganz die heutigen Stars der Yellowpress locker in den Schatten stellt. Allerdings bevorzugt Dunmore seinerseits eher den Schatten, wenn er keinen Geringeren als Johnny Depp in ein Kostüm des 17.Jahrhunderts steckt und ihn jämmerlich an Syphilis verrecken lässt.

Bild aus The Libertine Der John Wilmot, Earl of Rochester (Johnny Depp), ist ein umtriebiger Mäzen, ein literarischer Geck und Satiriker, der in der feinen Gesellschaft ob seines scharfen Witzes als Genie gilt. Mit der Rückkehr von König Charles II. (John Malkovich) um 1660 feiern Kunst, Literatur und Freizügigkeit fröhliche Urstände und Wilmot Erfolge auf der Bühne. Andererseits trinkt er auch wie ein Loch, hurt mit allem, was Rock trägt, hasst sein Leben und das Dasein zwischen allen gesellschaftlichen Stühlen.

Als er vom König den Auftrag erhält, zur Belustigung des Französischen Botschafters ein Stück zu schreiben, kehrt diese Gunst wieder einmal Arroganz und Selbstgefälligkeit in ihm heraus. Einmal mehr nutzt er Theateraufführungen in London zur allgewaltigen Selbstdarstellung, was in einer hochnäsigen Wette endet. Rochester behauptet, dass er aus jedem dahergelaufenen Weib einen Bühnenstar machen könne. Seine Wahl trifft Elizabeth Barry (Samantha Morton), doch die nutzt den eitlen Geck, um selbst nach oben zu kommen. Die Aufführung wird zur obszönen Katastrophe. Rochester fällt in Ungnade fällt und muss ins Exil. Elizabeth lässt ihn eiskalt fallen. Und die Welt lacht über ihn. Dreizehn Jahre später ist aus dem Geck eine versoffene, syphilitische Ruine geworden, die im tödlichen Siechtum die Religion entdeckt...

Zwischen zwei Auftritten als Ulk-Pirat Jack Sparrow warf sich Johnny Depp ins theatrale Vergnügen. Lawrence Dunmore, sonst auf der Bühne zuhause, legt mit The Libertine sein Spielfilm-Debüt vor. Dafür verfilmte er das Theaterstück von Stephen Jeffreys, der selbiges für die Leinwand auch gleich selbst adaptierte. Herausgekommen ist ein düsteres Porträt eines Abstiegs in die Hölle. Vornehmlich im Schatten, in grauer Düsternis bewegt sich der Protagonist.

Dunmore mag die Herkunft des Theaters nicht verleugnen, schliesslich ist vieles in der Geschichte mehr oder weniger ein Theater - auf und abseits der Bühne. Der Dualismus von Hof und Theater als Bühne des Lebens, an dem Rochester verdirbt, sorgt in den besten Momenten für starke Bilder, in den schwachen allerdings auch für stilisierte Langeweile. Weder Johnny Deep noch John Malkovich können der Handlung den besonderen Drive geben, um das Publikum zu fesseln. Alleinfalls Samantha Morton weiß Gunst der Stunde für sich zu nutzen und ihr Talent zu präsentieren.

The Libertine, das sich offen zur Charakterlosigkeit seiner Titelfigur bekennt, bietet eigentlich keinen Sympathieträger. Das macht es schwer, mit der Erzählung warm zu werden. Dunmore folgt mutig dem Abstieg seines Protagonisten durch sämtliche Sünden über das Siechtum hindurch bis ins Fegefeuer. Da ist weit und breit kein Happy-End in Sicht - bis der ewig Aufmüpfige endgültig verstummt.



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