Überraschend unterhaltsam präsentiert sich der neueste Zeichentrickverfilmung der Asterixreihe. Der Zuschauer bekommt hier eine lustige Geschichte, viele bissige Dialoge, sowie ein Wiedersehen mit unseren Lieblingsgalliern geboten, welches nach der langen Durststrecke mit eher bescheidenen Verfilmungen, wieder Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Franchise macht.
Nach den eher durchwachsenen Versuchen die Asterixcomics mit Realverfilmungen wieder aufleben zu lassen und der Tatsache, dass die letzten beiden animierten Abenteuer des Galliers nie an den Witz der Comics und den frühren Filmen herankamen, ist es fraglich ob es dem neuen Animationsfilm gelingen kann, den alten Charme wieder auf die Leinwand bringen zu können.
Das Sprichwort Angst verleiht Flügel scheinen die Wikinger etwas zu wörtlich zu nehmen. Aus diesem Grunde will das furchtlose Volk diese Eigenschaft lernen. Auf der Suche nach der Angst kommen sie zu dem allseits bekannten gallischen Dorf in dem gerade der Angsthase Grautvornix zu Gast bei den tapferen Galliern ist. Dass dieser nun von den Wikingern entführt wird, schreit nach einer Aufgabe für Asterix und Obelix.
Allein die Tatsache, dass man hier nicht wahllos zwei Bücher zusammengefasst hat, kommt dem Film schon sehr zu Gute, da der Fan sich hier nicht mit einem Mischmasch zufrieden geben muss, denn man verlässt sich größtenteils auf eine der wohl witzigsten Vorlage im Asterixuniversum. Dies funktioniert schon fast so gut, dass sich die Leserschaft sogar nach einer Weile auf einige Modernisierungen einlassen kann.
Die große Stärke des Filmes ist aber sein Humor. Während die letzten beiden Zeichentrickfilme noch brav und kindergerecht waren, setzte Regisseur und Drehbuchautor Stefan Fjeldmark auf bissige und teils auch makabere Dialoge, die einen immer wieder zum Lachen animieren können. Schön ist auch dass Standardelemente des Comics (Streit zwischen Asterix und Obelix; Piraten etc.) nicht vernachlässigt wurden und sich der Film somit noch näher an den Comics bewegt wie die letzten Verfilmungen.
An die deutsche Synchronisation muss sich der Zuschauer jedoch erst mal gewöhnen. Zwar weiß Christian Tramitz als Asterix zu überzeugen, jedoch ist der Synchrontausch bei Wolfgang Hess sehr unglücklich gewählt. War er noch eine der besten Obelixstimmen, darf er diesmal nur den Wikingerchef sprechen, während man sich an Tilo Schmitz Stimme erst mal gewöhnen muss. Die restlichen Stimmen sind gut gewählt, wobei hier vor allem Smudo als Grautvornix, sowie Didi Hallervorden als Kryptograf besonders hervorstechen.
Kann man sich auf einige Modernisierungen, wie den eher unwitzigen SMSix oder dass im Dorf auf moderne Musik getanzt wird, einlassen, dann bekommt der Zuschauer 80 Minuten lang gute Unterhaltung mit Nostalgiefaktor geboten, denn diese Verfilmung ist wohl die beste Asterixinterpretation seit Asterix bei den Briten.