Hätte man mit Kiefer Sutherland und Michael Douglas nicht zwei wie immer gut aufgelegte Hauptdarsteller im Cast, so würde der Film wohl im Niemandsland der Bedeutungslosigkeit versinken, denn deren Spiel kann das schwache und spannungsarme Drehbuch überdecken und somit zumindest für ein wenig Unterhaltung in diesem mittelmäßigen Thriller sorgen.
Nicht nur der Trailer, sondern auch die Besetzung der beiden Hauptdarsteller Kiefer Sutherland und Michael Douglas ließ auf einen megaspannenden Politthriller mit einer Prise 24 hoffen. Der fertige Film jedoch wird den hohen Erwartungen in keinster Weise gerecht.
In der 141jährigen Geschichte des Secret Service hat es nie einen Verräter in den eigenen Reihen gegeben. Bis jetzt, denn ein Maulwurf plant einen Mordkomplott gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Hauptverdächtiger ist ausgerechnet der legendäre Pete Garrisson, der mit seinem geheimen Verhältnis zur First Lady auch ein Motiv hätte. Als der ermittelnde Breckinridge ihn festnehmen will flüchtet Garrison und die Jagd nach ihm beginnt.
Dass man aus einer Ausgangssituation wie dieser einen spannenden Film drehen kann, hat uns von 13 Jahren Andrew Davis mit seinem Film The Fugitive bewiesen. Jedoch mangelt es der Romanverfilmung von Gerald Petievich jeglicher Spannung aufgrund des Versäumnis im Drehbuch ein paar falsche Fährten zu legen und sich der Zuschauer somit schon viel zu früh ein genaues Bild der einzelnen Charakteren machen kann. Aber auch die Inszenierung von Clark Johnson bleibt wie schon das Drehbuch eher auf durchschnittlichem Niveau. Ab und an versucht er mit kleinen Spielereien etwas Tempo in seinen Film zu bekommen, jedoch wirken diese eher deplaziert und ziehen seine ansonsten recht ordentliche Regie in die Mittelmäßigkeit.
Das große Plus des Filmes sind die beiden Hauptdarsteller. Hatte es im Trailer noch den Anschein als würde Kiefer Sutherland seine Serienrolle Jack Bauer hier wiedergeben, wird der Fan eher enttäuscht aufgrund seiner zurückhaltenden, aber gewohnt guten Performance sein. So ist es auch nicht überraschend, dass die besten und leider viel zu wenigen Szenen des Filmes jene sind, in denen der wie immer souveräne Douglas mit Sutherland gemeinsam auf der Leinwand präsent sind. Die prominent besetzten Nebenrollen bleiben unter den Erwartungen, da sie entweder zu unwichtige Charaktere spielen müssen oder im Fall von Longoria nur als Blickfang für das männliche Publikum gedacht waren.
Hätte man dem Film ein wenig mehr Drive und Spannung der großartigen Serie 24 gegeben und ein paar falsche Fährten gelegt, dann hätte hier ein überaus spannender Film im Stile von The Fugitive entstehen können, zumal er ja in seinen Hauptrollen auch gut besetzt ist. So hebt letzteres den Film gerade mal ins obere Mittelfeld, was anhand des großartigen Trailers insgesamt doch eine Enttäuschung darstellt.