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Basketball, Golf und Fußball hatten wir schon zur Genüge, da dachte sich Regisseurin Jessica Bendinger, bringe ich dem Publikum doch mal das Kunstturnen näher. Mit einer sympathischen Hauptdarstellerin hat sie einen guten Grundstein gelegt, doch das kann die fade Teenager-Komödie leider nicht vor dem Untergang bewahren.
Nach Filmen wie Die Eisprinzessin von Tim Fywell, die das vornehmlich weibliche Publikum im Teeniealter ansprechen sollte, präsentiert Jessica Bendinger der gleichen Zielgruppe nun ihre Version des "Zickenkriegs am Reck". Bekannt geworden durch ihre Regiearbeit bei Girls United, hatte sie ihre Finger auch im kürzlich gestarteten Aquamarin mit im Spiel, gleiches Genre, gleiche Zielgruppe.
Rebell in Turnschuhen lässt zu Anfang noch auf einiges hoffen: Hip gekleidete Teenager auf Skateboards sausen riskant durch fremde Pools, einer der Skater entpuppt sich je als Haley, 17-jährige Protagonistin des Films. Eine missglückte Skateboardaktion führt sie zur Vickerman Akademie für Kunstturnen, wo sie sich nicht nur ihren zickigen Rivalinnen, sondern auch ihrer Vergangenheit stellen muss.
Gedacht als Familienfilm für Groß und Klein, wird Rebell in Turnschuhen nur einen kleinen Zuschauerkreis ansprechen, denn zu aufgedonnert scheint der mit HipHop untermalte Film, der seine knapp 100 min. Länge nur mit den immer gleichen Turnübungen zu füllen vermag. Einziges Schmankerl ist in der Tat Missy Peregrym, die durch ihre Version der trotzigen, rebellischen Haley mit weichem Kern von der ersten Minute an Sympathiepunkte sammeln kann. Zwar bietet ihre Rolle nicht viel Handlungsspielraum, diese Einschränkung weiß sie aber durch athletische Übungen gekonnt zu füllen. Ein weiterer Pluspunkt des Films ist Jeff Bridges als alternder Turnlehrer, der einem in dem Haufen zickender und eingebildeter Mädels schon fast leid tun kann. Doch seine Rolle bleibt leider sehr blass und so ist er aufgrund seines Namens für den Film nur ein bekanntes Beiwerk.
Völlig daneben gegriffen hat Jessica Bendinger allerdings bei den Nebenrollen. Haleys Mitturnerinnen sind dermaßen klischeehaft gezeichnet, dass es schier unglaubwürdig erscheint. Nicht alle Mädchen im Wettkampfsport können dermaßen von sich eingenommen oder begriffsstutzig sein. Mit solchen Turnerinnen könnte kein Land je einen Wettkampf gewinnen. Besonders deutlich wird das an dem asiatischen Dummchen Wei Wei, die an Einfallslosigkeit kaum noch zu überbieten ist.
Rebell in Turnschuhen kann in seiner Gesamtheit nicht überzeugen und führt schnell zu Langeweile. Die negativen Aspekte des Leistungssports werden in keinster Weise behandelt, sei es die Verletzungsgefahr oder die gesundheitlichen Schäden im späteren Leben. So wird dem Zuschauer das Kunstturnen als zwar trainingsintensiver, aber insgesamt doch recht lockerer Sport verkauft. Da sich Missy Pelegrym in ihrer Rolle hauptsächlich nur als Trotzköpfchen zeigen darf, führt auch sie nicht zu den erhofften Überraschungen. So bleibt Bendingers Teenie-Sportdrama ein laues Sommerlüftchen, bei dem das eigene Paar Turnschuhe wesentlich spannender ist. |