Und wieder ist das Filmjahr 2006 um ein Remake reicher, denn der Kultfilm aus dem Jahre 1976 wird in Das Omen wieder aufgewärmt und mit aktuellen Ereignissen verknüpft. Dass gerade diese Pseudo-Erklärungen aktueller Katastrophen ein wenig fahl aufstoßen ist klar, dennoch bietet der Film eine gute Atmosphäre mit ordentlichen Darstellerleistungen.
Remakes sind zurzeit groß in Mode und so präsentiert uns John Moore, der bereits bei Der Flug des Phoenix im Regiestuhl saß, den 30 Jahre alten Kultstreifen Das Omen in neuem Gewand. Als Darsteller konnte er Julia Stiles und Liev Schreiber für das Elternpaar des Anti-Christen gewinnen, die - wie Moore sagt - seine absolute Wunschbesetzung für die Rollen waren.
Robert Thorn ist ein aufstrebender und sehr erfolgreicher amerikanischer Diplomat, der sich kaum mit Prophezeiungen oder Religiosität auseinandersetzt. Als jedoch seine Frau Katherine eine Totgeburt hat, entscheidet er sich dafür ein anderes Neugeborenes zu adoptieren und es seiner Frau als ihr Kind unterzuschieben. Nachdem fünf Jahre vergangen sind und Katherine in ihrer Mutterrolle aufgeblüht ist, mehren sich die merkwürdigen Ereignisse um den "gemeinsamen Sohn" Damien. So langsam wird Robert klar, dass es sich bei seinem Adoptivkind nicht um irgendeinen Jungen handelt, sondern dass er die Ausgeburt der Hölle ist.
Zu Beginn des Films werden aktuelle Katastrophen auf Bibelzitate gemünzt, um die Prophezeiung des Anti-Christen in die aktuelle Weltgeschichte zu integrieren. Dass man hierbei den Zuschauer schon fast zum Verlassen des Kinosaals auffordert, war den Machern wohl nicht klar, denn sonst wären die fadenscheinigen Erklärungen dem Schnitttisch zum Opfer gefallen. Hat man aber die ersten 5 Minuten des Films hinter sich gebracht und wieder vergessen, kann man sich auf eine durchaus solide Inszenierung der atmosphärischen Geschichte aus dem Jahre 1976 freuen.
Die Rollen des Elternpaars sind mit Liev Schreiber und Julia Stiles solide besetzt und auch das Kindermädchen Mrs. Baylock, das von Mia Farrow gespielt wird, weißt die richtig Mimik auf, um der merkwürdigen Spannung des Films noch Nachdruck zu verleihen. An manchen Stellen hätte man zwar sicherlich subtiler arbeiten können, um dem Psycho-Horror ein wenig mehr Gewicht zu verleihen, aber man wollte wohl mainstream-tauglich bleiben.
Das Omen ist für Genrefans sicherlich zu empfehlen, auch wenn gerade diese ein paar Stellen finden werden, die klare Abzüge geben. Doch vor allem die gute (und meist auch logische) Geschichte entschädigt dafür. Überzeugend ist auch die Atmosphäre, die zwar an manchen Stellen sehr gekünstelt und pseudo-religiös angehaucht ist, aber dennoch besser als in vielen anderen Streifen rüberkommt. Ingesamt ist das Remake des Horrorklassikers also ein guter Durchschnittsfilm, der zwar nicht gänzlich zufrieden stellt, aber ab und zu ein Lächeln über das Gesicht des Horrorfans huschen lässt.