Mal wieder eine Komödie die schlechten Geschmack zelebriert und sich mit Furzen und Witzen, für die "unter der Gürtellinie" noch eine Verharmlosung ist, ein paar Lacher ergaunern will. Hinzu kommen eine zusammengeschusterte Handlung und zwei vollkommen deplatzierte Hauptdarsteller, die schließlich dafür sorgen, dass man sich den Film zu 90% sparen kann.
Obwohl die Zeit der Bad-Taste-Komödien gemäß dem American Pie-Schema längst vorbei ist, gibt es immer wieder Versuche, mit derartigen Filmen beim Publikum zu punkten. Die kanadische Produktion Mein verschärftes Wochenende ist so ein Versuch, der sich auf die Fahne geschrieben hat, einen Gang höher zu schalten. Für die Hauptrolle konnte man sogar den genre-affinen Chris Klein gewinnen, der in diesem Film jedoch nicht seine Rolle aus American Pie bekleidet, sondern eher den Wertevorstellungen eines Stifler genügt. Ein Film-Bruder wird von dem relativ unbekannten Brendan Fehr verkörpert, der unter anderem in Final Destination zu sehen war.
Die Handlung von Mein verschärftes Wochenende ist schnell erzählt. Im Zentrum steht Ed (Brendan Fehr), der nach dem schmerzhaften Verlust seiner Freundin auch um seinen Job in der Werbebranche fürchten muss. Um diesen zu behalten, muss er übers Wochenende eine geniale Werbekampagne aus dem Boden stampfen. Zu seinem großen Unglück wird er just an diesem Wochenende wegen seines Geburtstages von seinem Bruder Cooper (Chris Klein) heimgesucht, der dem schüchternen Ed endlich mal wieder ein sexuelles Abenteuer ermöglichen will. Obwohl sich Ed zunächst nicht für Coopers Pläne erwärmen kann, lässt er sich schließlich doch breit schlagen und es beginnt ein chaotisches Wochenende.
Der Film legt wie angekündigt eine Schippe Bad-Taste drauf, was zur Folge hatte, dass ich nach einer viertel Stunde kurz davor war, das Kino zu verlassen und mich der Sonne hinzugeben. Noch nie zuvor muss ich mir in derart kondensierter Form niveaulose und zum Großteil von Analgasen und -geräuschen dominierte Witze zu Gemüte führen. Den Höhepunkt des schlechten Geschmacks bildete schließlich ein kleiner Spritzer, den Cooper nach dem Sex mit einer unterbelichteten Dame am Oberschenkel zurückließ. Bei Verrückt nach Mary war es noch lustig, hier war es einfach nur eklig. Nachdem dieser Zenit des schlechten Geschmacks erklommen war, wurde es glücklicherweise etwas besser, wobei die Betonung auf etwas liegt.
Das einzig Positive an Mein verschärftes Wochenende ist die nette Idee, die Gefühle von Protagonist Ed durch eingespielte Home-Video-Pannen auszudrücken. Dominiert wird der Film jedoch vom fast schon zelebrierten schlechten Geschmack und von Witzen, für die "unter der Gürtellinie" noch eine Verharmlosung ist. Die Besetzung von Chris Klein ist - genre-konform ausgedrückt - ein totaler Griff ins Klo. Für die Rolle eines latent doofen, verantwortungslosen und schwanzgesteuerten Mannes ist der gute Mann einfach nicht geboren worden und macht daher auch eine entsprechend miserable Figur. Sein Filmpartner Brendan Fehr steht ihm dabei nur unwesentlich nach. Unterm Stich ist Mein verschärftes Wochenende ein wahrlich großer Mist, den man sich angesichts des sommerlichen Kinostarts und auch im DVD-Regal getrost sparen kann.