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Großes wurde angekündigt und versprochen. Doch so richtig mag man Mel Gibson kein Vertrauen mehr schenken, denn was er in Apocalypto abliefert, mag technisch brillant sein, aber den Zuschauer wird die Geschichte langweilen. Zudem scheint er durch Brutalität provozieren zu wollen, denn die Blutbäche und rollenden Köpfe wirken sehr aufgesetzt und gekünstelt als dazugehörig.
Mel Gibson macht Filme, weil er sie machen will! Daher interessieren ihn auch keine Kritiken und Einspielergebnisse, so behauptet er zumindest. Dennoch muss man sich fragen, was er sich bei Apocalypto gedacht hat. Die übermäßige Brutalität scheint einzig und allein auf ein kleines Gewaltpotential bei Gibson hinzudeuten, ist im Film aber an nahezu jeder Stelle unnötig. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.
Was Gibson zeigen will ist seine Meinung darüber, dass die Maya-Kultur bereits am Abgrund stand, bevor die Spanier in Mexiko und Zentralamerika eingefallen sind. Zu diesem Zweck bekommen wir Einblick in die wohl aufregendsten Tage eines Maya-Kriegers. Nachdem dessen Dorf von Kriegern aus der Hauptstadt geplündert und angezündet wird, muss er zusammen mit den anderen Dorfbewohnern als Gefangene in die Hauptstadt marschieren. Auf diesem mehrere Tage dauernden Marsch drehen sich die Gedanken um seinen Sohn und seine Frau, die er in einem Erdloch verstecken konnte, die jedoch verhungern werden, wenn er nicht rechtzeitig wieder in sein Dorf zurückkehrt.
Man kann Mel Gibson nicht nachsagen, dass er ein schlechter Regisseur wäre, denn technisch ist der Film auf einem sehr hohen Niveau. Trotz der digitalen Kameras, mit denen Apocalypto gedreht wurde, schafft es der Oscarpreisträger einige geniale Kamerafahrten und -einstellungen auf die Leinwand zu zaubern, die man in dieser Form noch nicht gesehen hat. Auch das komplette Setting wirkt sehr real und lässt den Zuschauer in die Vergangenheit reisen. Dabei hilft auch der komplett unbekannte Cast, der aber durch die Bank seine Aufgabe gut meistert und in jeder Rolle überzeugen kann.
Leider scheint Gibson bei seinen Alkoholeskapaden ein paar Gehirnzellen zuviel verloren zu haben, denn die Brutalität, die er in diesem Streifen zeigt, mag in seinen Grundzügen vielleicht die Kernaussage des Filmes stützen, aber wozu er rollende Köpfe, literweise Blut und einige Szenen die Saw alle Ehre gemacht hätten, benötigt, wird wahrscheinlich sein Geheimnis bleiben. Diese Rohheit wirkt auf einige Zuschauer sicher erschreckend und hat dann auch das Ziel erreicht, aber sehr viele werden sich einfach nur fragen, wozu man solche Szenen in einem eigentlich interessanten und gut gemachten Film braucht. Leider zieht diese Tatsache den Film so enorm runter, so dass man abschließend nur von Mittelmaß sprechen kann. |