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Das Ende einer Erfolgsstory: die Mitglieder einer Live-Radioshow müssen am Aufführungsabend erfahren, dass es ihre letzte Show ist. Nach den Erinnerungen von Hauptdarsteller und Radio-Ikone Garrison Keillor schuf Robert Altman eine wehmütige Hommage ans Showbiz und gleichzeitig ein mitreissende Vermächtnis. Robert Altman's Last Radio Show wurde sein letzter Film, bevor er starb - ein Meisterwerk.
In den endlosen Weiten der Prairie ist ein treuer Begleiter Gold wert. Die Live-Radioshow "Prairie Home Companion" verbindet die Bewohner der weitentlegenen Farmen mit dem Rest der Welt seit 1974. Garrison Keillor ist das Erfinder, Herz und der Moderator dieser live aus einem Theater gesendeten Show, und versorgt seine Hörer mit Rat, Trost, Unterhaltung und Werbung.
Aus dem reichen Fundus seines Lebens und seiner Erfahrungen vor dem Mikrofon haben er und Ken LaZebnik ein witzig-dramatisches Drehbuch entwickelt, dessen zärtliche Schönheit ihresgleichen sucht. Altmeister Robert Altman schuf daraus seinen letzten Film, bevor er im letzten Frühling verstarb. Robert Altman's Last Radio Show erzählt in 105 Minuten von den kleinen und großen Eitelkeiten der Menschen im Showbiz, die trotz des Alltagstrotts der Auftrittsmaschinerie ihren unerfüllten Sehnsüchten nachhängen.
Das fängt mit Sicherheitsmann und Erzähler Guy Noir (Kevin Kline) an. Er sieht sich eher großer Detektiv der Schwarzen Serie und kann doch nicht verhindern, dass eine attraktive und mysteriöse Fremde im weißen Regenmantel (Virginia Madsen) die Kulissen des alten Theater betritt. Dort laufen die Vorbereitungen zur Show. Der letzten, wie Produzentin Molly (Maya Rudolph) und Moderator Keillor (Keillor selbst) gerade erfahren. Dem Medienunternehmer Axeman (Tommy Lee Jones) war das aufwändige Format schon immer ein Dorn im Auge und das Gelände des Theaters ist gerade gut genug für ein Parkhaus.
Als Keillor die Show startet, sind seine Helfer und Stars der Western- und Bluegrass-Musik zwar bereit, aber der Schock hat alle kräftig durchgeschüttelt. Die Geschwister Rhonda (Lily Tomlin) und Yolanda Johnson (Meryl Streep) sowie Tochter Lola (Lindsay Lohan) geben zunächst alles. Auch die Cowboys Dusty (Woody Harrelson) und Lefty (John C. Reilly) schieben ihre Trauer zunächst beiseite. Aber heute ist eben ein besonderer Abend. Viele, lange unterdrückte Gefühle und Erinnerungen kommen hoch und sie alle müssen von mehr Abschied nehmen, als ihnen lieb ist...
Unter der magischen Führung von Garrison Keillor, dessen wahnwitzige Stimmeleganz einfach verblüfft, triumphiert nicht nur ein starbesetztes und musikerfahrenes Ensemble sondern noch einmal Altmans außergewöhnliche Regiekunst. Robert Altman's Last Radio Show demonstriert, was einen der besten amerikanischen Erzähler so einzigartig macht. Voller Witz und Lebensfreude inszeniert er nicht nur den Abschied auf der Leinwand sondern auch den eigenen vom Kino. Wehmut und Melancholie läßt er zwar zu, doch wie im Film muss die Show weitergehen. It's Showbiz und Altman hat diesem seinen Stempel unauslöschlich aufgedrückt.
Sein Vermächtnis ist bestes Erzähl- und Gefühlkino, wie man es nur selten zu sehen kriegt. Selbst ausgemachte Country- oder Westernmusikhasser kommen hier auf ihre Kosten, denn trotz der Menge an Gesangsnummern ist dieser Film ein illustres Werk über menschliche Schicksale, alltägliche Eifersüchteleien und jene Dinge, die das Leben ausmachen. Witzig, mitreissend und berührend - einfach sehenswert. |