Die Demontage eines großes Helden könnte die Tagline dieses Filmes lauten, denn er macht alles falsch was man nur falsch machen kann. Es fehlt jeglicher Charme der Vorgänger und hat neben gelangweilten Darstellern noch lächerliche Effekte und Logiklöcher am laufenden Band zu bieten. Ein würdeloser Abgang des Man of Steel.
Nach dem kommerziellen Flop von Superman III - Der stählerne Blitz wurden die Rechte an die Firma Cannon verkauft, welche sich durch B-Movies einen Namen gemacht haben. Diese wollten auch alles Richtig machen, sprich Regisseur, Drehbuchautor von Teil 1 und dessen Besetzung wieder für eine Fortsetzung zu begeistern. Nachdem es jedoch von Donner ein Absage gab, wollte auch der Rest nicht mehr und so wurden Reeves (durfte am Drehbuch mitschreiben), Hackman (bekam eine Hauptrolle in einem anderen Film seiner Wahl) und Co. mit kleinen Gefälligkeiten geködert um sie wieder besetzen zu können.
Jor-El hatte seinen Sohn einst erklärt, dass er das Schicksal der Menschheit nie beeinflussen solle. Doch da nun Nuklearkriege bevorstehen weiß sich Superman nur zu helfen in dem er alle Nuklearraketen zerstört. Was er jedoch nicht wusste ist, dass Lex Luthor aus einem Haar von unserem stählernen Helden eine Biomasse erschaffen hat, die durch die Zerstörung der Nuklearwaffen einen neuen und ebenbürtigen Feind für Superman erschafft - den Nuclear Man.
Christopher Reeves Mitschreiben am Drehbuch ist im Grunde der einzige positive Aspekt dieses hirnrissigen Drehbuchs, denn die moralische Frage ob sich Superman in die Politik der Erde einmischen dürfe, hat sicherlich Potential, wird jedoch nur kurz zu Beginn und am Ende aufgegriffen; der Rest der Geschichte ist nicht mehr als die Demontage einer großartigen Filmreihe.
Dies muss man ganz klar den Produzenten in die Schuhe schieben, denn aus Kostengründen hat Superman plötzlich Kräfte über die man sich als Comicfan nur aufregen kann (z. B. der telepatische Aufbau der Chinesischen Mauer) und auch die Effekte sehen derart billig aus (vor allem die Flugszenen), so dass man sich fragt, ob der Film nicht Jahre vor dem ersten Teil in Szene gesetzt wurde. Die Kostenersparnisse haben auch die Laufzeit und somit auch die Qualität des Filmes erheblich beeinträchtigt, so wurde der Film von ursprünglich 134 Minuten auf 90 Minuten gekürzt, damit man die Archivaufnahmen für einen möglichen 5. Teil hätte verwenden können.
Doch nicht nur aufgrund der Kostengründe nahm die Demontage ihren Lauf, es fehlt jeglicher Charme der Vorgänger und auch die Charaktere und deren Verhalten wird ad absurdum geführt und ist in keinster Weise nachvollziehbar. Ebenso stößt der fehlende Anschluss zu den Vorgängerteilen ärgerlich auf, zumal dieser mit vielen Logiklöchern verknüpft ist (Superman kann den Kristall nur 1x verwenden etc.).
Man sieht auch in jeder Szene den Darstellern an, dass sie schnell gemerkt haben auf welchen Mist sie sich hier eingelassen haben. Christopher Reeve liefert seine bislang schwächste Leistung als Man of Steel ab und auch Gene Hackman lässt seine Genialität aus den ersten beiden Teilen vermissen und leiert seine Rolle gelangweilt runter. Auch die Neuen bekleckern sich nicht mit Ruhm, allen voran Mark Pillow der als Nuclear Man eine der wohl schlechtesten Leistungen der Filmgeschichte abliefert.
Wenn man keine Lust mehr hat, dann sollte man es auch sein lassen. Superman IV - Die Welt am Abgrund ist eine Demontage einer bis dahin großartigen und charmanten Filmreihe, nicht nur wegen des mangelnden Charmes, sondern auch aufgrund seiner Logiklöcher, den gelangweilten Darstellern sowie die Zerstörung der in den Vorgängern so schön aufgebauten Charaktere.