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Wie bemerkte ein neben mir sitzendes Kind: "Hui Buh habe ich mir ja ganz anders vorgestellt. Das ist ja gar kein richtiges Gespenst". Wenn die angestrebte Zielgruppe also schon nicht in Begeisterungsstürme ausbricht, wie soll der als Sommerhit angepriesene Fantasy-Kinderfilm dann die Kinokassen klingeln lassen? Regisseur Sebastian Niemann kann mit seinem Fantasy-Kinderfilm Hui Buh - Das Schlossgespenst kein verspukt gutes Kinospektakel bieten.
Mehr als 20 Millionen verkaufte Platten, Kassetten und Bücher stehen hinter dem Namen Hui Buh - Das Schlossgespenst, welches seit vielen Jahren eine große Fangemeinde für sich verbuchen kann. Regisseur Sebastian Niemann hat sich für das gruselige Leinwandabenteuer eine einfache Geschichte ausgedacht: Ritter Balduin wird im Jahre 1399 von einem Blitz getroffen und lebt fortan als Geist auf Schloss Burgeck. 500 Jahre später wird das beschauliche Spukdasein jäh von König Julius durchkreuzt, der auf Burgeck einzieht und um die Gunst seiner Verlobten buhlt. Diese wiederum hat allerdings ganz andere Absichten und will das Schloss in ihren Besitz nehmen. Mit Hilfe von Hui Buh und des Königs Dienerschar wird mit allen Mitteln versucht, diesen Plan zu durchkreuzen.
Soweit so gut, die Handlung ist für alle Zuschauer leicht nachzuvollziehen, dass ist aber auch der einzige Pluspunkt des Films. Denn die Aufbereitung ist viel zu blass geraten, bietet nur altbekannte Slapsticknummern und eine recht deplatziert wirkende Schauspielerriege drum herum. Allen voran ist da natürlich Michael "Bully" Herbig, der als Ritter Balduin noch in menschlicher, als Geist dann animiert anzuschauen ist. Er ist keine eigentliche Fehlbesetzung, macht seine Sache auch recht gut, kann aber in der völlig überzogenen Darstellung des Gespenstes einfach nicht überzeugen. Vielleicht liegt es an seinem hohen Bekanntheitsgrad durch Filme wie Der Schuh des Manitu oder (T)Raumschiff Surprise: Periode 1, in denen er sein durchaus komisches Talent bestens an den Mann bringen konnte. Als animierte Spukfigur kann er einfach nicht zünden. Fragwürdig bleibt an dieser Stelle auch, warum Herbig als einzig animierte Figur dabei ist, wohingegen alle anderen Geister in fleischlicher Hülle daherkommen. Hätte man nicht auch ihn als Geist verkleiden können? Die Maskenbildner haben ihr Handwerk jedenfalls gut gemacht, manchmal fast zu gut für einen Kinderfilm.
Völlig verschenkt erscheint auch das komödiantische Talent Christoph Maria Herbsts', der als König Julius mit lauen Sprüchen und mehr als Rand- denn als Hauptfigur agieren darf. Heike Makatsch erfüllt ihre Rolle als hübsches Biest gut, sorgt aber für keinerlei Highlights und wirkt als hübsche Verlobte an der Seite des Königs merklich falsch. Ein wirklich schöner Einfall ist dagegen der Auftritt von Hans Clarin in seiner letzten Rolle als königlicher Diener. Einst verlieh er in Hui Buhs Anfangstagen dem Geist seine Stimme. Er verstarb kurz nach den Dreharbeiten im Alter von 75 Jahren.
Dazu gibt es kleine, nette Gastauftritte, die zumindest beim erwachsenen Publikum Schmunzler hervorrufen. So sorgen Oliver Pocher, Wolfgang Völz oder Michael Kessler für gruseligen Beistand, die das eigentliche Potenzial des Films andeuten lassen.
Alles in allem zeigt sich, dass ein großes deutsches Staraufgebot und bekannte Comedians allein, den Film in seiner Gesamtheit nicht retten können. Im Vergleich zu großen Animationsfilmen muss sich Hui Buh hinten anstellen, auch wenn die Figur an sich gut gezeichnet ist. Vielleicht wäre weniger einfach mehr gewesen. Eine Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen, viel Humor und Elan hätten für einen Sommerhit gesorgt. So bleibt das Schlossgespenst nur als lauer Sommerspuk im Kopf zurück. |